Nach 130 Jahren kam der Baupfusch ans Licht

Die schiefe Wand des Jahn-Gymnasiums

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Klaus-Dieter Wolff gibt Entwarnung: Von der Wand gehe keine Gefahr aus, schätzt der Bauamtsleiter ein.

Salzwedel. 130 Jahre hat es gedauert, bis jemand gemerkt hat, dass die Mauer in der Aula des Salzwedeler Jahn-Gymnasium schief ist. Ganze acht Zentimeter ist die Wand mit den bunten Fenstern aus dem Lot. Der Baupfusch von damals wurde eher zufällig heraus.

Zuerst wurde bemerkt, dass sich an der Decke der Holzfries abhob, denn dort quoll Dämmmaterial heraus, das auf die Gardinen fiel. Damit die Brocken nicht irgendwann einen Schüler treffen, sollte eine Fachfirma die Stücke entfernen. Dabei merkten die Handwerker, dass mit dem Gemäuer etwas nicht stimmte.

Der Altmarkkreis Salzwedel, Träger des Jahn-Gymnasiums, beauftragte bereits einen Statiker, die Standfestigkeit der Mauer zu prüfen. Klaus-Dieter Wolff, Leiter des Hoch- und Tiefbauamtes, gab aber gestern bereits Entwarnung: Er geht nicht davon aus, dass sich die Mauer in der jüngeren Vergangenheit bewegt hat. Denn: „Bei der Rekonstruktion des Altbaus 1998 wurde auch die Wandfarbe erneuert. Wenn sich die Mauer bewegt haben sollte, müssten Risse zu sehen sein. Dies ist nicht der Fall“, erklärt Wolff. Der Amtsleiter geht davon aus, dass die Mauer nie gerade gewesen sei. Dennoch behält der Kreis die Wand im Auge und will in rund einem Jahr überprüfen, ob es Veränderungen gegeben hat, erläutert Klaus-Dieter Wolff.

Von Marco Heide

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