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Sanierung Lessing-Grundschule: Bürgermeisterin besichtigte die Bildungsstätte

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Von: Bernd Zahn

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Caroline Schulz (v.l.), Heike Treichel von der Stadtverwaltung, Schulleiterin Lydia Hartmann und Bürgermeisterin Sabine Blümel bei dem Rundgang durch die sanierte Salzwedeler Lessing-Grundschule. © Zahn, Bernd

Die Generalsanierung der Lessing-Grundschule ist fast fertig. In der nächsten Woche sollen die Schüler wieder einziehen, wie Bürgermeisterin Sabine Blümel am Donnerstag beim Rundgang durch die Schule mitteilte. Alles ist freundlich, großzügig, lichtdurchflutet und barrierefrei und soll typisch für den frischen Wind sein, der jetzt durch das Schulhaus wehen wird.

Salzwedel – Die Freude war Sabine Blümel ins Gesicht geschrieben während des Rundgangs mit Grundschulleiterin Lydia Hartmann. „Es ist die erste Grundschule mit einem Fahrstuhl und dieser wird ohne Fördermittel gebaut. Wenn man hier langfährt, ist es ein toller Anblick; modern und in der Gegenwart angekommen. Das, und nur das, war unser Ziel – den Kindern das Lernen, so leicht wie möglich zu machen“ sagte Blümel.

Kosten von rund zwei Millionen Euro

Insgesamt wurden rund zwei Millionen Euro aufgewendet, der Großteil stammte aus Fördermitteln, um das Schulgebäude aus den 1970ern für den Betrieb wieder fit zu machen. Eingebaut wurden dabei ein neues Wärmeverbundsystem im kompletten Objekt, neue Fenster der Schallschutzklasse zwei und drei, um die Verkehrsgeräusche stark zu minimieren.

Der Schall der Ernst-Thälmann-Straße soll möglichst vom Fenstermaterial aufgenommen werden und nicht ins Innere des Hauses gelangen. Als zusätzliches Plus wurden neue Akustikdecken in den Klassenräumen verbaut, sodass dem aufmerksamen Lernen nichts mehr im Wege steht.

Mit dem Einbau neuer Lüftungsanlagen schlägt man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Neben der deutlichen Minderung einer Corona-Ansteckung sind Kinder durch niedrigere CO2-Werte der Raumluft deutlich konzentrierter und weniger müde.

Wichtig dabei auch der energetische Effekt – insbesondere in der kalten Jahreszeit sparen die Einrichtungsträger durch neue Lüftungsgeräte viel Energie ein. Denn bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung – und nur diese Anlagen werden richtigerweise gefördert – erwärmt die warme ausströmende Abluft die im Winter kalte Frischluft automatisch mit.

Flur mit Türen
Neue Böden, neue Farbe und neue Türen: Die Lessing-Grundschule erstrahlt in frischem Glanz. © Zahn, Bernd

Mit Wirkungsgraden der Anlagen bis 90 Prozent entfällt dadurch eine hohe Heizungsleistung, die durch das vorgeschriebene Fensterlüften alle 20 Minuten bisher nötig war. Somit amortisieren sich die Anlagen durch die hohe Förderung oft schon in wenigen Jahren. Der Einbau einer solchen Lüftung erfolgte jedoch nur in der Aula der Schule und schlug mit 144 590 Euro zu Buche.

Mit einer Fensterlüftung alleine kann der nötige hohe Austausch zwischen Raum- und Außenluft nicht gelingen. Die Schadstoffkonzentration kann nur mit Lüftungsanlagen, die mit diversen Sensoren ausgestattet sind, ausreichend begrenzt werden.

Nach aktuellen Erkenntnissen wird die Infektionsgefahr erst ab vierfachem Luftwechsel ausreichend reduziert. Für die Lessing-Grundschule wurden mobile Lüftungsgeräte für 80 000 Euro angeschafft.

Sonnenschutz, neue Türen und Böden

Bei der Sanierung der Schule wurde großen Wert auf die Brandschutzanlagen gelegt. Die Klassenräume, Flure und Treppenhäuser wurden neu gemalert. Außerdem sind die Fußböden erneuert und im ersten Obergeschoss neue, orangefarbene Türen eingebaut.

Die Sanitäranlagen wurden saniert und die Fensterfronten mit einer Verdunkelungsanlage ausgerüstet, damit sich die Klassenräume bei starker Sonneneinstrahlung nicht aufheizen. Das war Sabine Blümel besonders wichtig, wie sie beim Rundgang durch das Gebäude berichtete.

Der neue Hauswirtschaftsraum für die Kinder wurde saniert und die Firma „Küchen Kompetenz“ spendete eine neue Einbauküche. Die Umbauplanungen wurden durch das städtische Liegenschaftsamt von Heike Treichel und Kollegen geleistet und so nochmalig Kosten eingespart.

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Hausmeister Jörg Schulz ist sich sicher, dass die Arbeiten rechtzeitig fertig werden. © Zahn, Bernd

Die Bauzeit, der Aus- und der kommende Wiedereinzug haben und verlangen von der Schulleitung, den Lehrern und der Stadtverwaltung einiges – vor allem starke Nerven.

Der Rückzug der Schüler von der Sonnenstraße – dort werden die Mädchen und Jungen seit Januar 2021 unterrichtet – an die Thälmannstraße soll dann im Zeitraum vom 14. bis 17. Februar erfolgen. „Es gibt noch viel Arbeit, aber wir schaffen das“, sagte Schulhausmeister Jörg Schulz. Die Neugestaltung des Schulhofes ist für den Zeitraum 2022 bis 2024 geplant.

Die Fördermittel auf einen Blick

Die einzelnen Förderprogramme und deren Höhe für die Schulsanierung:

Förderprogramm Stark III:

• Gesamtbetrag 1 405 822,41 Euro

• bewilligte Zuwendung 848 779,76 Euro

• Eigenanteil 557 042,74 Euro

Förderpogramm Schulinfrastrucktur:

• Gesamtbetrag 498 000,00 Euro

• bewilligte Zuwendung 139 146,73 Euro

• Eigenanteil 358 853,27 Euro

Förderprogramm Digitalpaket:

• Gesamtbetrag 158 090,95 Euro

• bewilligte Zuwendung 142 281,86 Euro

• Eigenanteil 15 809,09 Euro

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