Graffiti-Künstler Martin Klahs gestaltet für großes Label in Florenz Kulissen bei Luxus-Modemesse

Salzwedels Sprayer erobert Modewelt

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Geschafft: Der Salzwedeler Martin Klahs (Mitte) und seine Künstlerkollegen Patrick aus Großbritannien (l.) und Milan aus Serbien haben das 77-Koffer-Graffiti für die Luxus-Messe designt. 

Salzwedel / Florenz. Seine Werke kennt in der Altmark jeder. Zahlreiche Groß-Graffiti von Martin Klahs und seinem Partner Lars-Christian Klaas zieren Bauwerke in Städten und Dörfern. Nun ist der Salzwedeler nach Florenz geflogen, um dort für die Modebranche zu designen.

Das fertige Kunstwerk.

Montblanc, einer der weltweit führenden Hersteller von hochwertigen Schreibgeräten, Armbanduhren, Schmuck und Lederwaren, hat den Hansestädter engagiert, damit dieser die Kulissen für eine Luxus-Modemesse gestaltet. Dabei ging es unter anderem um die neue Kofferkollektion. 77 der Trollis, jeder kostet rund 600 Euro, waren zu einer Wand aufgebaut worden – die Künstler Klahs als Leinwand diente. Sein Entwurf überzeugte das Modelabel und später vor allem die Promis, die für die internationale Presse vor der Kofferwand posierten. Nach der Show ließen sich zahlreiche Besucher Namensschilder für ihre Koffer von den Graffiti-Stars signieren.

Doch wie waren die Veranstalter auf den Salzwedeler gekommen? „Eines Tages klingelte das Telefon“, erzählt Martin Klahs. Am anderen Ende der Strippe war ein Künstlerkollege aus Südengland. Der hatte den Salzwedeler an die Modemacher vermittelt. Die Einzelheiten besprach Klahs dann mit Montblanc-Kreativdirektor Zaim Kamal, stieg ins Flugzeug und flog nach Florenz. Dort wurde er von Kamal empfangen, der ihn mit den Worten „Jungs, ihr könnt machen, was ihr wollt – aber lasst euch nicht verhaften“ begrüßte. Martin Klahs hatte zwei befreundete Künstler mitgenommen: Der Serbe Milan und der Engländer Patrick griffen mit zu den Dosen.

Das Thema ihres Entwurfs, der sich um das futuristisch gestaltete Firmenlogo windet, waren urbane Graffiti. Damit sollte der Kontrast zwischen Straßenkultur und hochwertiger Modekunst herausgearbeitet werden. Für Klahs und sein Team kein Problem.

Von Holger Benecke

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