Stadtrat will Bahnhofsklo stützen und WC im Burggarten wieder auf Vordermann bringen

Salzwedels dringende Bedürfnisse

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In Salzwedel soll es wieder ein Bahnhofsklo geben – ebenfalls mit Stadtzuschüssen (16.356 Euro jährlich). Das vorherige Örtchen am Bahnhof (Bild) wurde 2011 geschlossen und bis dahin ebenfalls jährlich mit 15.000 Euro von der Stadt mitfinanziert.

Salzwedel. Der Stadtrat will ernst machen mit der ersten öffentlichen Toilette – neben der im Bürgercenter. Der neue Eigentümer des ehemaligen Hauptbahnhofs soll mit 1363 Euro monatlich aus der Stadtkasse unterstützt werden, wenn er dort ein öffentliches Örtchen einrichtet, das täglich mindestens zehn Stunden geöffnet ist.

Der Vertrag soll über zehn Jahre laufen und anschließend jeweils um drei Jahre verlängert werden.

Über Zuschüsse kann noch verhandelt werden

Trotz des Stadtzuschusses kann der Eigentümer natürlich eine Toilettenbenutzungsgebühr verlangen. Und auch die 16.356 Euro, die jedes Jahr aus der Stadtkasse in das Bahnhofsklo fließen sind laut Vertragsentwurf keine feste Größe. Denn dort heißt es: „Über eine vorzunehmende Anpassung dieses Betrages müssen sich die Vertragspartner einigen. Grund für eine Anpassung können Preissteigerungen sein, die die Vertragspartner nicht zu vertreten haben.“ Auf gut Deutsch könnte das bedeuten: Wenn der VKWA unter Vorsitz von Sabine Blümel die Wasser- und / oder Abwasserpreise erhöhen würde, müsste Bürgermeisterin Sabine Blümel die städtischen Zuschüsse für die Bahnhofstoilette erhöhen.

Zur Erinnerung: Die Stadt hat schon einmal für ein Toilettenhäuschen neben dem Hauptbahnhof Zuschüsse bezahlt. Das waren bis 2011 jährlich 15.000 Euro.

Über eine Toilette im Bahnhof werden sich vor allem die Busfahrer freuen. Denn für diese ist es eine mehr als sportliche Herausforderung, ihre Touren ohne Pinkelpause durchziehen zu müssen. Bis zum 30. April 2013 war dies noch möglich. Damals schloss im Bahnhof der Imbiss „Tender“, weil der damalige Eigentümer die Pacht erhöhen wollte. Für Bahnkunden ist die dortige Toilette von sekundärer Bedeutung. Zum einen finden sie in den Zügen genügend Örtchen, zum anderen ist Salzwedel kein Umsteigebahnhof, hat also auch keine wartenden Reisenden. Für Salzwedeler und Touristen hat das Örtchen weitab vom Stadtzentrum wenig Nutzen – sozusagen am Bedürfnis vorbei.

Nahe des Bürgercenters noch eine teure Toilette

Für diese wird eine öffentliche Bedürfnisanstalt im Zentrum benötigt. Dort können sich Hansestädter und Gäste bislang nur im Bürgercenter erleichtern. Aber der Stadtrat springt auch dort sehr kurz und will die nur einen Steinwurf vom Bürgercenter entfernte Burggartentoilette wieder öffnen. Diese hatte der Stadtrat 2011 geschlossen. Die Einrichtung benötigte einen Zuschuss von 22 300 Euro jährlich.

Nun sind bereits für das vergangene Jahr für Reparaturen und Sanierungen des Burggarten-Örtchens 39 000 Euro im Stadthaushalt eingeplant gewesen. In diesem Jahr sollen noch einmal 26 000 Euro dafür hinzukommen. Aber nur, wenn der Stadtrat den Haushaltsentwurf für 2018 nicht noch ändert.

Von Holger Benecke

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