Erklärung für Sabine Blümel bei der Stadtratssitzung: Eine Frage der Eitelkeit?

Salzwedels Bürgermeisterin möchte nicht fotografiert werden

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Bürgermeisterin Sabine Blümel.

Salzwedel. Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel geriet am Mittwoch während ihrer Rede vor dem Stadtrat gleich mehrfach ins Stocken.

Den Grund nannte dann Stadtratsvorsitzender Gerd Schönfeld (Linke): „Die Bürgermeisterin möchte während des Vortrags nicht fotografiert werden. Sie wird unterbrechen, wenn fotografiert wird.“

Nun, die Redakteure der Altmark-Zeitung haben den Wunsch des Stadtoberhauptes respektiert. Nicht, weil Sabine Blümel es so wollte, sondern damit die Zuschauer der Rede folgen konnten, ohne dass die Bürgermeisterin dabei ins Stottern gerät. Zumal zwei 10. Klassen der Comenius-Schule dort gerade bei einem „Planspiel Kommunalpolitik“ Demokratie übten.

Und in dieser legt das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland im Artikel 5 fest: „... Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

Weiterhin ist auch während des öffentlichen Teils einer Stadtratssitzung den Vertretern der Presse das Recht auf freie Informationsbeschaffung zu ermöglichen. Dazu gehört auch das Fotografieren. Insbesondere von Sabine Blümel, die als Bürgermeisterin der Stadt Salzwedel eine „Person der Zeitgeschichte“ ist und somit das Recht am eigenen Bild bei öffentlichen Auftritten verliert. Gleiches gilt übrigens auch für Bundeskanzlerin Angela Merkel, gewählte Volksvertreter oder zum Beispiel auch für den Sparkassenchef.

Von Holger Benecke

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