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Salzwedeler Weihnachtsmarkt sorgt für Kritik, Veranstalter zufrieden

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Von: Armon Böhm, Christian Reuter

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Weihnachtsmarkt in Salzwedel
Gegen Abend ist der Salzwedeler Weihnachtsmarkt besser besucht. Dennoch äußern sich einige kritisch. Die meisten stehen beim Glühwein und am Essensstand, während die Fahrgeschäfte auch mal nur für ein Kind angehen. © Volontär

Am Salzwedeler Weihnachtsmarkt scheiden sich die Geister. Die im Gegensatz zu früher abgespeckte Variante in diesem Jahr stößt bei vielen auf Kritik – etwa dann, wenn man den Markt mit anderen Städten vergleicht oder im Verhältnis zu den Salzwedeler Weihnachtsmärkten der Vergangenheit. Enttäuschung macht sich breit. Die AZ fragte bei den Veranstaltern, bei Händlern und Besuchern nach, was sie vom diesjährigen Weihnachtsmarkt halten.

Salzwedel. Jost Fischer, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Salzwedel, die den Markt gemeinsam mit der Stadt veranstaltet, kann die Kritik nicht nachvollziehen. „Ich bin angesichts der angespannten Situation bei den Händlern zufrieden mit dem diesjährigen Markt“, sagt er. Und erklärt: „Wir haben was für die Kinder, es gibt zu essen und zu trinken und Dekoration. Es ist ein kleiner, feiner Markt.“

Auf die Frage, ob der Marktplatz vor dem Bürgercenter (wo der Markt früher auch mal war) nicht besser für den Weihnachtsmarkt geeignet wäre, erwidert Fischer, dass der Marktplatz gegenüber dem Rathausturmplatz die vierfache Größe habe und dadurch noch schwieriger mit Händlern und Angeboten zu füllen sei.

Situation mit damals nicht vergleichbar

Die aktuelle Situation könne mit damals nicht mehr verglichen werden, da es die Jeetze-Landschaftssanierung nicht mehr gibt, die für den Marktplatz Bäume kostenlos spendiert hatte. Und auch sonst seien die Firmen heute nicht mehr so großzügig. Dazu kommt: „Wir nehmen nur einheimische Händler für unseren Weihnachtsmarkt“, erläutert der Werbegemeinschaftschef. Zur Kritik sagt er auch, dass man es nie allen recht machen könne. Und: „Die Leute, die meckern, können das gerne besser machen.“

Mit den Mitteln, die in Salzwedel zur Verfügung stünden, und den Organisatoren und Helfern, die sich ehrenamtlich engagieren, könne kein Christkindlmarkt wie in Nürnberg auf die Beine gestellt werden.

Ähnlich sieht das auch ein Händler auf dem Markt, der nicht namentlich genannt werden möchte. Für so eine kleine Stadt sei das Angebot ausreichend und die Dauer des Marktes beträchtlich. „Am Abend ist hier alles voll. Auch bei der Eröffnung, als es zuerst geregnet hatte. Zwei Stunden später passten die Leute kaum auf den Platz und wir Händler hätten Verstärkung gebraucht“, beteuerte der Stand-Betreiber. Demnach sei der Markt also durchaus sehr gefragt.

Unter den Besuchern des Weihnachtsmarkts kamen im AZ-Gespräch gemischte Gefühle auf. Eine Frau schilderte, dass sie am Sonntag erst gegen 19 Uhr da gewesen sei und nicht mal mehr eine Bratwurst bekommen habe. Dennoch fände sie es toll, dass es ihn gibt und man sich einen warmen Glühwein holen kann. Schön gestaltet sei er ebenfalls. „Ist aber nicht prickelnd“, lautete ihr Fazit.

Ein Besucher: Endlich mal ein Markt für alle

Ein Mann aus Salzwedel äußerte sich dahingehend, dass der Markt schon ziemlich klein sei und man in einer Hansestadt mehr erwarte. Besonders im Vergleich zu vergangenen Jahren sei der Markt recht enttäuschend. Allerdings räumte der Salzwedeler Marktbesucher auch ein, dass man schon damals viel gemeckert habe.

Lob gab es von einem weiteren Marktgänger, der es schön findet, dass es endlich mal einen Markt für alle gebe. Es sei für Klein und Groß etwas dabei, und für Salzwedel sei der Markt völlig ausreichend.

Die Stadt Salzwedel äußert sich zur Kritik am Markt wie folgt: „Gemeinsam mit der Werbegemeinschaft Salzwedel vertreten wir die Auffassung, dass der Markt unter den gegebenen Umständen eine gelungene Sache für unsere Hansestadt ist.“

Leider hätten etliche Wünsche nicht erfüllt werden können. Man hoffe aber trotzdem, dass weihnachtliche Stimmung durch den kleinen Markt verbreitet werde.

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Weihnachtsmarkt: Einfach nur peinlich

Von Ulrike Meineke

Dieser Weihnachtsmarkt ist einfach nur peinlich. Es gibt für alle etwas? Das stimmt: ein Kettenkarussell für die Kinder (das am Samstagabend um 17.30 Uhr zur besten Weihnachtsmarktzeit mangels Interesses stillstand), Grünkohl mit Bregenwurst gegen Hunger und Glühwein satt. Wenn die Werbegemeinschaft und die Stadt beteuern, dass man mehr nicht auf die Beine stellen konnte, dann fragt man sich, wie das andere, weitaus kleinere Städte hinkriegen. Die haben es am ersten Adventwochenende vorgemacht – mit Weihnachtsmännern und Programm. Hätte man Vereine/Schulen/Kinder ins Boot geholt, wäre da ganz sicher mehr drin gewesen als diese Peinlichkeit für die Kreis-, Hanse- und Baumkuchenstadt Salzwedel. 

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