„Helfer sind immer willkommen“

Salzwedeler Tafel versorgt jede Woche bis zu 130 Bedürftige

Sie gehören zu den fast 30 Helfern der Salzwedeler Tafel (v.l.): Yvonne Werth, Team-Leiterin Martina Niesig, Angelika Lüdke, Erika Plaumann und Osman Abde. Der Mund-Nasen-Schutz ist wegen Corona immer noch erforderlich.
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Sie gehören zu den fast 30 Helfern der Salzwedeler Tafel (v.l.): Yvonne Werth, Team-Leiterin Martina Niesig, Angelika Lüdke, Erika Plaumann und Osman Abde. Der Mund-Nasen-Schutz ist wegen Corona immer noch erforderlich.

Salzwedel – Deutschland ist ein reiches Land, doch längst nicht alle Menschen leben im Wohlstand. Nicht wenige müssen von Hartz IV oder einer kleinen Rente leben.

Ohne die Hilfe der Salzwedeler Tafel, deren Träger das Diakonische Werk Altmark West ist, würden sie nicht über die Runden kommen. In der ehemaligen Kaufhalle an der Schillerstraße können sich diese Leute Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs holen und müssen dafür nur 2,50 Euro pro Person bezahlen.

„Bis zu 130 Bedürftige kommen an jedem Freitagnachmittag zu uns, zum Ende des Monats hin nimmt die Zahl dann immer zu“, erzählt Helmut Harzer, der Leiter der Salzwedeler Tafel. Ob wirklich eine Bedürftigkeit vorliege, werde zuvor geprüft. „Die Grenze liegt bei 850 Euro netto“, erklärt Harzer. Und die Leute müssten nachweisen, dass sie tatsächlich hilfebedürftig sind, beispielsweise mit einem Hartz-IV- oder Rentenbescheid. „Sonst kann ja jeder kommen, schwarze Schafe gibt es überall“, sagt der Tafel-Leiter.

Bewährtes System

Wenn jemand bedürftig ist, erhält er einen Tafelausweis, der bei jeder Ausgabe vorzulegen ist. Damit die Verteilung der Lebensmittel geordnet abläuft, werden die Tafelnutzer in verschiedene Gruppen unterteilt. Dadurch wird verhindert, dass sich alle schon vor 15 Uhr anstellen und die letzten bis zu zwei Stunden warten müssten. Denn bis 17 Uhr dauert die Ausgabe an jedem Freitag. Dieses System habe sich bewährt.

Vor der Ausgabe an jedem Freitag ab 15 Uhr sind auch die Brotregale gut gefüllt. Nach 17 Uhr ist dann alles leer.

Durch Corona hat sich allerdings auch bei der Salzwedeler Tafel einiges verändert. Harzer: „Wir dürfen maximal nur acht Personen hineinlassen, und sie müssen wie beim Einkaufen im Supermarkt einen Mund-Nasen-Schutz tragen.“ Letzteres gelte auch für die Mitarbeiter (fünf Frauen und zwei Männer sind Ein-Euro-Kräfte) und 20 ehrenamtlichen Helfer (fast alle Frauen) der Tafel. Und auch sonst werden Hygiene und Sauberkeit großgeschrieben, zum Beispiel die Griffe der Einkaufswagen nach jeder Benutzung desinfiziert. In der Hochphase der Pandemie, im März und April, seien jede Woche 300 Tüten mit Lebensmitteln für die Tafelausgaben in Salzwedel, Klötze und Gardelegen vorgepackt worden, doch dies sei von den Nutzern nicht so gut angenommen worden, da von außen nicht zu sehen gewesen sei, was drin ist.

Die Lebensmittel bekommt die Tafel von Einkaufsmärkten und privaten Spendern, zur Abholung dienen zwei Kühltransporter. Apropos Spenden. Die könne die Tafel immer gebrauchen, so Harzer. Auch, um einen neuen Transporter zu kaufen.

Wer die Salzwedeler Tafel unterstützen will, kann dies auch ganz aktiv tun. „Ehrenamtliche Helfer sind immer willkommen“, betont Susanne Pfaffelhuber, die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Altmark West. Und fügt noch hinzu: „Die Hygieneregeln werden auch bei der Tafel beachtet, da braucht niemand Angst zu haben.“ VON CHRISTIAN REUTER

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