Parken auf Marktplatz: Noch mal 260 Euro pro Stellfläche / Verwirrung am Kulti

Salzwedel und das Parkplatzproblem

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Auf dem Salzwedeler Marktplatz könnten 50 Autos parken, so der Vorschlag der Verwaltung.

Salzwedel. Wenn der Marktplatz als Parkplatz ebenso spärlich angenommen wird, wie der Wochenmarkt, dann müssen die Parkscheinautomaten lange gefüttert werden, bis die Umgestaltungskosten wieder raus sind.

Denn diese schätzt Eiko Petruschkat vom Ordnungsamt auf rund 12 000 bis 13 000 Euro, wie er am Dienstag dem Verkehrsausschuss berichtete. Das Geld soll in den kommenden Haushalt eingestellt werden. Bei 50 Parkplätzen wären das 260 Euro pro Stellfläche.

Zur Erinnerung: Die Umgestaltung des ehemaligen Heine-Schulplatzes zu einem Marktplatz hatte 2008 insgesamt 650 000 Euro gekostet. In der Salzwedeler Innenstadt gibt es 162 gebührenpflichtige Parkplätze, 155 Stellflächen mit Parkscheibe, 1556 kostenfreie Parkplätze sowie 262 Stellflächen an Supermärkten und von Privaten. Außerdem gibt es am Bahnhof – zehn Minuten Fußweg in die Innenstadt – noch einmal 120 Parkplätze. Das macht: 2255.

Noch einmal 2000 Euro müssten in den nächsten Haushalt eingestellt werden, um ein Parkleitsystem für die Stellflächen hinter dem Kulturhaus auszuweisen. Denn auf dem Kulturhausvorplatz darf laut Stadtratsbeschluss nicht geparkt werden. Feuerwehr und Rettungskräfte benötigen die gesamte Fläche im Fall einer Großschadenslage.

Zudem wird im Ordnungsamt überlegt, ob künftig die Politessen abkassieren sollen, wenn entgegen Stadtratsbeschluss auf dem Kulturhausvorplatz geparkt wird. Nun hatte Eiko Petruschkat sich am vergangenen Wochenende während eines Tanzstundenabschlussballs im Kulturhaus auf den Parkplatz 2 hinter das Gebäude gestellt. „Dort passen locker 60 Autos hin. Aber an diesem Abend war ich dort allein“, resümierte der Mann vom Ordnungsamt. Allerdings räumte er ein, dass der etwa einminütige Weg zum Kulturhaus besser befestigt und vor allem besser ausgeleuchtet werden müsse. Dafür seien der Friedensring vollgeparkt und der Penny-Parkplatz gut besucht gewesen. Sein Vorschlag: Das Parkleitsystem verbessern und die Schilder für den Parkplatz 2 mit dem Hinweis „Kulturhaus“ versehen. Denn viele Gäste von Veranstaltungen kämen von auswärts und wüssten gar nicht um die dortigen Stellflächen. Das rief Stadtrat Dirk Jentschke (Grüne / Bürgerbund) auf den Plan. Verwundert fragte er: „Warum wird nicht schon seit Jahren beim Kartenverkauf auf den Rückseiten der Tickets ,Parkplatz hinter dem Kulturhaus‘ vermerkt?“ Einige Ausschussmitglieder sprachen sich jedoch für eine individuelle Parkregelung auf dem Vorplatz aus. Nun will der Verkehrsausschuss noch einmal eine Stellungnahme aller Rettungskräfte haben, um das ausgesprochene Parkverbot auf dem Kulturhausvorplatz eventuell noch einmal zu überdenken.

Von Holger Benecke

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