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Salzwedeler packen mit an: Zahlreiche Spendenaktionen ins Leben gerufen

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Von: Lydia Zahn

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Pflegefachkräfte der interdisziplinären Intensivstation des Altmark-Klinikums packten mit an, um die Spenden für Menschen in der Ukraine zu sortieren und für die Fahrt vorzubereiten. © Altmark-Klinikum

Um den Menschen in der Ukraine zu helfen, wurden vielerseits Spendenaufrufe gestartet. Auch in der alten Hansestadt laufen Aktionen, um Solidarität zu zeigen und diverse Unterstützung anzubieten.

Salzwedel – So rief etwa der Lions Club Salzwedel vor knapp zwei Wochen dazu auf, Kfz-Verbandskästen abzugeben. Diese sollen zur Erstversorgung der Verletzen im Kriegsgebiet genutzt werden. „Wir sind sehr glücklich darüber, wie es läuft“, bilanziert Vorstandsvorsitzender Eick Selzer. Die Spendenbereitschaft der Bürger sei groß.

Zwei bis drei Wochen soll die Aktion noch laufen, bevor das Erste-Hilfe-Material in die Ukraine gefahren wird. Bisher seien rund 170 Verbandskästen bei ihm im Autohaus abgegeben worden, schildert Selzer den aktuellen Stand. Eine weitere Sammelstelle ist im Salzwedeler Filmpalast. Dort sind bisher knapp 50 Erste-Hilfe-Kästen angekommen.

Benefizveranstaltung für Kinder und Familie

Und apropos Kino: Auch das Filmpalast-Team ist nicht untätig. Um Kindern und deren Familien in der Ukraine zu helfen, findet diesen Sonntag, 20. März, eine Benefizveranstaltung statt. Ab 20 Uhr wird der Dokumentarfilm „Klitschko“ gezeigt, der die Geschichte der ukrainischen Boxbrüder Vitali und Wladimir Klitschko erzählt. Deutschlandweit nehmen rund 500 Kinos an der Spendenaktion teil. Kino-Chefin Barbara Bode rechnet damit, dass es noch mehr werden.

Die Einnahmen, die am Sonntagabend durch den Film in die Kasse gespült werden, gehen anschließend als Spende an den Verein „Ein Herz für Kinder“. „Es ist so, dass alle Beteiligten, die daran Geld verdienen könnten, spenden – es sind also 100 Prozent der Erlöse“, verdeutlicht Bode.

„Ich denke, vor Ort ist ein ganz großer Hilfsbedarf. Ich finde es toll, dass diese Aktion so schnell auf die Beine gestellt wurde, dass da eine so große Solidarität ist“, unterstreicht sie. Und: „Einfach etwas Gutes tun.“

Auf dem Weg in die Ukraine

Noch diese Woche auf die Reise in Richtung Hamburg und von dort weiter nach Lwiw in der Ukraine sollen die Sachspenden des Altmark-Klinikums gehen. Das Salzwedeler Krankenhaus hatte einen internen Spendenaufruf gestartet – um die Hilfsorganisation „Humanitäre Hilfe für die Ukraine“ zu unterstützen – der sich schnell verbreitet und viele Menschen erreicht habe, heißt es von der Klinik.

„Viele der Spender sind gar nicht im Altmark-Klinikum angestellt“, berichtet Betriebsratsvorsitzende Alke Seibt erstaunt. Und: „Über die rege Teilnahme und die vielen Unterstützungsangebote haben wir uns sehr gefreut. Wir sind überwältigt und freuen uns, dass wir als Altmark-Klinikum helfen können.“

Innerhalb einer Woche füllten sich Tische, Regale und sogar der Fußboden des Präventionsraumes der Klinik mit Lebensmitteln, Schlafsäcken, Isomatten, Batterien, Taschenlampen und Hygieneartikeln wie Windeln, Zahnpasta, Zahnbürsten, Seife, Duschbad und Zellstofftaschentücher.

Am Donnerstag soll dann ein Transporter mitsamt den Spenden in Richtung Hamburg starten, wo freiwillige Helfer warten, um die Spenden entgegenzunehmen und für den weiteren Transport in die Ukraine vorzubereiten.

Wirkungsvolle Unterstützung

Sven Knoche, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes in Salzwedel, macht indes darauf aufmerksam, dass die wirkungsvollsten Gaben Geldspenden seien. „Wir wissen, dass die Betroffenheit in der Bevölkerung angesichts der entsetzlichen Ereignisse in der Ukraine groß ist und der Wunsch, den betroffenen Menschen Unterstützung zu bieten, ebenso“, beginnt er.

Aber: „Auch wenn es für viele weniger persönlich und ungreifbarer erscheinen mag, sind Geldspenden tatsächlich in der gegenwärtigen Lage die beste und wirkungsvollste Art, um die humanitäre Hilfe im Ausland zu unterstützen.“

Der Grund: Logistik- und Hilfeleistungsstrukturen seien stark beansprucht. „Gut gemeinte, aber nicht abgestimmte Lieferungen füllen Lagerhäuser, binden Transport- und Sortierkapazitäten. Sie helfen leider nicht, sie behindern vielmehr die humanitäre Arbeit vor Ort“, führt Knoche aus.

Der Vorteil von Geldspenden sei außerdem, dass sie flexibel eingesetzt werden können. „Das ist erforderlich in Situationen, die sich beständig ändern und unvorhersehbar sind.“

Ehrenamtliche im Einsatz in Berlin

Ehrenamtliche des DRK-Kreisverbands Salzwedel, aus der Sanitätsbereitschaft und der Wasserwacht, sind erst kürzlich für einen Einsatz nach Berlin gerufen worden. Dort bauten die Frauen und Männer am Sonntag die Aufnahmekapazität für ukrainische Vertriebene in einer Notunterkunft am Flughafen Schönefeld mit auf und unterstützten den Betrieb.

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