Vor 70 Jahren: Rund 80 Salzwedeler gedenken der Befreiung von 1518 Frauen

Gedenken in Salzwedel: Das Grauen überlebt

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Rund 80 Salzwedeler erinnerten gestern an die Befreiung des KZ-Außenlagers (kl. Bild) vor 70 Jahren am 14. April 1945.

Salzwedel. Das Vermächtnis der Überlebenden – die Erinnerung bewahren – das beschworen gestern Oberbürgermeisterin Sabine Danicke und rund 80 Teilnehmer an der Gedenkveranstaltung am ehemaligen KZ-Außenlager an der Gardelegner Straße.

Für dessen Insassen, 1518 vorwiegend jüdische Frauen, war das menschenverachtende und menschausrottende System vorbei. Sie wurden am 14. April 1945 von der 9. US-Armee befreit. Wenige Tage später, am 25. April, brannten die Amerikaner das Barackenlager nieder.

Ein Lager am Rande der Stadt, das jeder sehen konnte – aber keiner fragte. Rund 3000 Frauen waren dort 1944 und 1945 eingesperrt und mussten Munition für ihre Feinde und Peiniger produzieren. Neun Frauen starben während dieser Zeit.

Die Oberbürgermeisterin beschwor vor dem Geist der Häftlinge, allen Menschen über Religionen und Nationalitäten hinweg zu helfen. Und nannte die Kriegsflüchtlinge, denen eine „praktische, an die Hand nehmende Willkommenskultur“ zuteil werden soll. Das sei eine Chance auch für die Hansestadt Salzwedel. „Denn“, so formulierte Sabine Danicke, „uns gehören Deutschland und Europa nicht allein.“

Von Holger Benecke

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