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Salzwedeler Gasversorger arbeiten aktuell an neuen Rechnungen

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Von: Armon Böhm

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Gasförderstation
Auch bei Salzwedel wird Gas von Neptune Energy gefördert. Durch die Gasumlage wird die Gasrechnung im Oktober allerdings trotz Steuersenkung teurer. © Privat

Worauf müssen sich die Salzwedeler Gas-Kunden einstellen? Dass es für alle teurer wird, ist unbestritten. Die Frage ist, wie viel und ab wann. Die AZ fragte bei regionalen Gasversorgern nach. Das Ergebnis: Die Gasumlage wird an die Verbraucher weitergereicht, aber im Gegenzug auch die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent. Unklar ist noch, ab wann die Verbraucher die neuen Preise bezahlen müssen.

Salzwedel - Die Energieversorger sollen die Möglichkeit erhalten, die aktuell erhöhten Beschaffungskosten, die durch die geringen Gasimporte aus Russland zustande kommen, auf die Kunden umzulegen. Die Höhe dieser Umlage wurde auf 2,419 Cent pro Kilowattstunde festgelegt. Die Regierung wollte eigentlich auf die Steuerabgabe verzichten, jedoch scheiterte dies am EU-Recht. Stattdessen will die Ampel-Koalition die gestiegenen Kosten für die Verbraucher nun durch eine Senkung der Mehrwertsteuer kompensieren.

Uneinheitliches Bild

Der Umgang mit diesen kommenden Neuerungen variiert je nach Gasanbieter. Einige Unternehmen deutschlandweit wollen darauf verzichten, die Umlage weiterzugeben, andere haben angekündigt, die Steuersenkung nicht vollständig, wie eigentlich von der Regierung erwartet, weiterzugeben. Manche Gasanbieter planen allerdings noch, wie genau sie mit Umlage und Mehrwertsteuersenkung umgehen wollen.

Ein Beispiel dafür ist der Energieversorger Eon. Ein Sprecher sagte auf AZ-Anfrage: „Zum 1. Oktober ist noch keine Weitergabe der vom Gesetzgeber eingeführten Gas-Beschaffungsumlage an unsere Kundinnen und Kunden geplant.“ Aktuell würde noch geprüft, wie und ab wann die Umlage weitergeben werde, so der Sprecher weiter. Eines versicherte er jedoch: Die Steuersenkung werde vollumfänglich an die Verbraucher weitergegeben.

Das will auch Shell Energy tun. Die Umlage werde jedoch „in Rechnung gestellt“. Genauso will es der Energieanbieter New Energie tun. Vattenfall betont, bisher alle Mehrwertsteuersenkungen und Umlagen an die Kunden weitergegeben zu haben. Das werde auch so bleiben. Die Einnahmen aus der Umlage „bleiben nicht im Unternehmen“, hieß es dazu von Vattenfall weiter.

Beispielrechnung

• Ein Haushalt, der 20.000 Kilowattstunden (kWh) im Jahr verbraucht, zahlt bei 20,44 Cent pro kWh 4088 Euro im Jahr.

• Durch die Mehrwertsteuersenkung von 19 auf sieben Prozent sinken die Kosten auf 3676 Euro, wodurch der Haushalt 412 Euro spart.

• Die Umlage sorgt jedoch für zusätzliche 518 Euro, wodurch die Kosten wieder auf 4194 Euro steigen. Der Haushalt trägt also Mehrkosten von 106 Euro.

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