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Salzwedeler Gastwirte wollen zur Fußball-WM Public Viewing anbieten

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Von: Christian Reuter

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Menschen beim Public Viewing
Zur Fußball-EM im Sommer 2021 gab es in Lutzes Butze Public Viewing. Ob es dieses Angebot auch zur Fußball-WM in Katar geben wird, will sich der Gastwirt Lutz Winkelmann noch überlegen. In anderen Salzwedeler Kneipen soll es auf jeden Fall Public Viewing geben, zumindest bei den Spielen der deutschen Nationalmannschaft. © Zähringer, Arno

Vom 20. November bis zum 18. Dezember wird in Katar die 22. Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen. Dies ist für viele Gastwirte wieder ein willkommener Anlass, um Public Viewing anzubieten. Allerdings ist die Fußball-WM in Katar vor allem wegen der kritischen Menschenrechtssituation in dem Land umstritten.

Salzwedel - Deshalb finden sich in den sozialen Medien unter dem Hashtag #keinkatarinmeinerkneipe bereits zahlreiche Bars und Kneipen, die sich einem Boykott-Aufruf angeschlossen haben. Wie sieht es in Salzwedeler Lokalen aus, wollen die Gastwirte Public Viewing anbieten oder schließen sie sich dem Boykott an? Die AZ fragte nach.

„Wir bieten wieder Public Viewing an. Zumindest die deutschen Spiele und die entscheidenden Gruppenspiele werden wir zeigen“, teilt Nils Krümmel mit, der die Kneipe „Zur grünen Laterne“ betreibt. Und erklärt dazu: „Das kann ich mir finanziell nicht leisten, das nicht zu zeigen.“ Denn die Kosten für das Fernsehen habe er ohnehin. Und bekanntlich seien die Kosten für Lebensmittel, Energie und vieles andere gestiegen. Da könne er nicht auf das Public Viewing verzichten, das die Gäste anziehe.

Das sieht auch Radovan Smiljanic ähnlich, Chef vom Restaurant „Amadeus“. Zu Beginn der WM wolle man aber nur die deutschen Spiele zeigen, das Präsentieren aller Spiele würde sich nicht lohnen. „Wenn Deutschland nicht spielt, ist nichts los.“ Vom Boykott hält der Gastwirt gar nichts: „Das nervt doch nur noch.“ Sport und Politik sollten nicht miteinander vermischt werden, meint Smiljanic.

Auf Public Viewing können sich auch die Hanseat-Besucher freuen. „Bei aller berechtigten Kritik an Austragungsort, den damit verbundenen Bedingungen und Zeitpunkt - sie findet nun mal statt. Wir zeigen alle Spiele der deutschen Mannschaft und andere Spiele zu den Öffnungszeiten (außer bei anderen Veranstaltungen)“, ist auf der Internetseite zu lesen.

Lutz Winkelmann von „Lutzes Butze“ hat im vergangenen Sommer zur Fußball-Europameisterschaft Public Viewing angeboten. Ob er es in diesem Jahr, zur Fußball-WM im Winter, wieder machen wird, wisse er noch nicht. „Ich bin noch am Überlegen.“

Einen größeren Boykott der Fußball-WM in Katar werde es nach aktuellem Stand in Sachsen-Anhalts Kneipen nicht geben, hatte der Präsident des Deutschen- Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Sachsen-Anhalt, Michael Schmidt, gegenüber der Nachrichtenagentur DPA erklärt (AZ berichtete). Ihm sei nicht bekannt, dass die Gastwirte die WM wegen der kritischen Menschenrechtssituation in Katar nicht übertragen würden.

Es werde sicherlich vereinzelte Kneipen geben, in denen aus ethischen Gründen von der Übertragung abgesehen werde. Der Verband wolle diesbezüglich auch keine Empfehlung abgeben. Schmidt wies darauf hin, dass viele Gastronomen unter der sich zuspitzenden wirtschaftlichen Lage in Deutschland leiden würden. Insofern seien bei vielen Betrieben in Aussicht stehende zusätzliche Einnahmen durch die Übertragungen äußerst willkommen.

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