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Salzwedeler Gastronomen kritisieren 2G-Regel für Innenräume

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Von: Christian Reuter

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Sie bewirten die Gäste im Salzwedeler Bowlingcenter: Pächter André Langwald (r.) mit seiner Frau Bianca (l.) und Mitarbeiterin Josefine Karge. © Christian Reuter

Seit dem 24. November gilt in Sachsen-Anhalt die 2-G-Pflicht unter anderem für Veranstaltungen ab 50 Personen, die Innengastronomie sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Das heißt, nur noch Geimpfte und Genesene haben Zutritt zu diesen Bereichen des öffentlichen Lebens. Auch in Salzwedel sind von der neuen Regelung Einrichtungen betroffen. Die AZ erkundigte sich bei Betreibern, was sie von 2G halten.

Salzwedel. „Man sperrt Menschen aus, das ist für uns als Gastronomen eine Katastrophe“, kritisiert Stefan Muchow, Geschäftsführer des Freizeit- und Eventcenters. Und ergänzt: „Die Situation ist schon traurig, wir haben 80 bis 90 Prozent Absagen bei Veranstaltungen. Die ganzen Weihnachtsfeiern werden alle abgesagt, weil ja immer auch Ungeimpfte dabei sind.“

Die Pandemie dauere bald zwei Jahre, und die Politik lasse sich nichts Neues einfallen. Was Muchow besonders ärgert, ist, dass Gastronomen und Veranstalter wie er nun auch noch das Gesundheitsamt oder die Polizei „spielen“ und das Einhalten der Regeln überprüfen sollen.

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Im Salzwedeler Freizeit- und Eventcenter wird der ehemalige Kursraum zu vier Gästezimmern umgebaut. Im Bild: Geschäftsführer Stefan Muchow (r.) und seine Mitarbeiterin Beate Sczepanek. © Christian Reuter

Nach Ansicht von Muchow hätte man bei 3G bleiben sollen. „Bei einigen Veranstaltungen haben wir alle getestet, die rein wollten. Das hat ganz gut funktioniert, weil die Leute das wollten“, berichtet er. Zum Beispiel habe der Erdgas Carneval Club (ECC) eine Feier unter diesen Bedingungen ausgerichtet.

Derzeit wird im Freizeitcenter der ehemalige Kursraum zu vier Gästezimmern umgebaut. Das sei sowieso geplant gewesen, doch die Corona-Pandemie habe das Vorhaben nun beschleunigt, erklärt Muchow.

Auch André Langwald, Pächter des Bowlingcenters, klagt über viele Absagen infolge der 2-G-Regel. Für Dezember beziffert er die Zahl der Absagen auf etwa 70 Prozent. Noch schlimmer aber sehe es danach aus: „Was im Januar wird, weiß ich noch nicht. Da habe ich noch keine Bestellungen.“

Das Bowlingcenter hatte erst am 1. September wieder den Betrieb aufgenommen, nachdem zehn Monate geschlossen war. Der September sei noch schleppend gelaufen, der Oktober aber „okay“ gewesen. „Mit der 3-G-Regel konnten die Leute noch leben“, sagt Langwald.

Seit 2G habe er schon den einen oder anderen Stammbowler vor den Kopf gestoßen, weil er den Eintritt verweigern musste.

Der Pächter meint, die Situation sei nun bald noch frustrierender, als beim Lockdown, weil zwar geöffnet sei, aber kaum jemand komme. Denn die laufenden Kosten habe er ja trotzdem jeden Monat, zum Beispiel für Heizung und Strom. „Wenn es nicht wieder Fördermittel gibt, sieht es schlecht aus“, erklärt André Langwald.

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