Seit 25 Jahren an der Seite von Familien

Salzwedeler Familienhof feiert Jubiläum: „Es wird so bunt wie wir“

Frau mit Zeitung.
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Inge Schnöckel zeigt einen Artikel der AZ über den Familienhof aus dem Jahr 1996.
  • VonLydia Zahn
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Der Salzwedeler Familienhof ist Anlaufstelle für Familien, Mütter, Väter, Kinder und Paare. Und das seit einem Vierteljahrhundert.

Salzwedel – 25 Jahre lang begleitet der Familienhof in Salzwedel nun schon Familien. Steht Eltern mit Rat und Tat zur Seite, unterstützt Kinder in ihrer Kreativität und Einzigartigkeit. Er bringt Familien näher zusammen. Und das soll am Sonnabend, 19. Juni, ab 15 Uhr mit einem Sommerfest-Gottesdienst gefeiert werden. Ein abwechslungsreiches Programm wird Einblicke in die Vergangenheit und die Geschichte der Familienbildungsstätte werfen und in Erinnerungen schwelgen lassen.

Selbst die Kleinen packen kräftig mit an und helfen.

Doch wie kam es überhaupt zur Gründung des Familienhofes? „Nach der politischen Wende Anfang der 1990er fanden sich einige mutige Menschen, die ihre Zeit und Kraft in ein neues Projekt investieren wollten“, erinnert sich die Familienhofleiterin und Sozialpädagogin Inge Schnöckel zurück. Sie war mit unter den jungen Familien, die als ehrenamtliche Mitglieder der Landeskirchlichen Gemeinschaft gemeinsam mit Freunden die Idee für das Projekt Familienhof hatten. „Dass Familien sich untereinander austauschen und miteinander lernen, gab es so noch nicht. Es war eine Lücke, die wir ansprechen wollten und bis heute auch tun“, weiß Schnöckel.

Um- und Neubau für mehr Platz

Auf dem Grundstück an der Schmiedestraße 13 hatte damals die Landeskirchliche Gemeinschaft ihren Sitz. Zwar organisierte diese bereits Angebote, wie z. B. einen Jugendkreis und eine Kinderstunde, doch der Bedarf war größer. Die jungen Familien fingen an, mit der Landeskirchlichen Gemeinschaft zusammen zu arbeiten und im Februar 1994 gründete sich die Babykleiderkammer „Storchennest“. Ein Jahr später kamen die erste Kleiderbörse und ein Treffen für Mütter dazu.

„Im Mai 1995 sind wir dann mit unserer Idee des Familienprojekts zum Sozialministerium in Magdeburg gegangen. Da kam der Stein so langsam ins Rollen“, berichtet die Leiterin im AZ-Gespräch. 1996 ging das Team mit ihrem Vorhaben an die Öffentlichkeit und der Familienhof gründete sich offiziell. Im gleichen Jahr gab es die ersten Förderungen von Land und Kreis. Zwei ABM-Kräfte (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme) und rund 20 Ehrenamtliche Helfer koordinierten die Angebote – es wurden immer mehr, die Nachfrage wuchs. Schnell reichte der Platz nicht mehr aus und es folgte der Umbau des Saals und der Neubau des Familienhauses 1997 und 99.

Der Familienhof wurde 1999 um ein Gebäude erweitert, weil der Platz nicht mehr ausreichte. Auf dem Bild wird gerade die Sohle gegossen.

Inzwischen bot der Familienhof auch Geburtsvorbereitungskurse, hatte eine Hebamme dazu gewonnen und Angebote für Paare sowie Vater-Kind-Freizeiten ins Repertoire aufgenommen. „Die Väter haben Theaterstücke vorgeführt. Nicht nur für ihre Kinder, für alle, die zusehen wollten. Das war immer ein Höhepunkt“, lacht Schnöckel. Aber auch für Mütter bot der Familienhof einiges.

2001 folgte der Pekip- (Prager Eltern-Kind-Programm) und 2002 der Babymassagekurs. Beides ist auch heute noch ein wichtiger Baustein im Familienhof. 2008 stand der Umbau des Fachwerkhauses an. Eine Hebammenpraxis wurde im gleichen Atemzug mit etabliert. 2012 wurde das Familienhaus um Beratungsräume erweitert.

Fürs Leben und die Familie lernen

„Wir versuchen, so nah wie möglich an den Menschen dran zu sein. Um zu wissen, was sie interessiert“, erzählt Inge Schnöckel. Heute hat der Familienhof knapp 60 ehrenamtliche Mitarbeiter, ein breit gefächertes Angebot und immer ein offenes Ohr für Familien. Die AZ möchte abschließen noch wissen, wie der Familienhof in einem Satz beschrieben und zusammen gefasst werden könnte. „Hier begegnet man Menschen, stärkt seine Beziehungen und lernt für das Leben und die Familie“, antwortet sie nach kurzer Überlegung.

Die Veranstaltung zum Jubiläum kann übrigens auf Youtube unter https://youtube.be/BTDiU86955o live verfolgt oder direkt im Familienhof miterlebt werden. Anmeldungen sind per Tel. unter (03 901) 47 30 55 möglich. Die Corona-Hygieneregeln sind vor Ort einzuhalten.

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