Revision eingelegt

Salzwedeler Drogenprozess: Zwei fechten ihre Urteile an

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Eine Aufnahme vom Prozess am Stendaler Landgericht.

Salzwedel / Stendal – Zwei der sieben im Salzwedeler Drogenprozess verurteilten Personen haben fristgerecht Revision gegen die Entscheidung der Strafkammer des Stendaler Landgerichts vom 4. Dezember eingelegt (wir berichteten).

Die fünf Übrigen verzichteten demnach auf Rechtsmittel. Der Fall geht nun an den Bundesgerichtshof, möglicherweise an die Außenstelle in Leipzig.

Bei den beiden Verurteilten handelt es sich um den 30-jährigen Lageristen und Versender der Drogen sowie um die 21-jährige Frau, deren Wohnung in Salzwedel eine Zeit lang als Umschlagplatz diente. Der Mann hatte Anfang Dezember eine vierjährige Haftstrafe erhalten; die Frau zehn Monate, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung.

Zu den Gründen der nun erfolgten Revision machte das Gericht keine Angaben. Die Verteidigung hatte im Fall des 30-Jährigen zwei Jahre auf Bewährung gefordert und dessen schwierige Kindheit sowie die sieben Monate in Untersuchungshaft als Milderungsgründe angeführt. Der Anwalt der 21-jährigen Frau wollte für seine Mandantin Arbeitsstunden erwirken, sie wurde jedoch nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt und muss daher die Kosten ihres Prozesses tragen.

Die sieben Angeklagten hatten sich von Mitte Oktober bis Anfang Dezember in Stendal für unterschiedliche Beteiligungen in einem Online-Drogenhandel verantworten müssen, der von Salzwedel und Magdeburg aus geführt worden war. Drogen und Medikamente wurden über das Darknet verkauft.

VON JENS HEYMANN

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