IM GERICHT: Mutmaßlicher Kopf hinter „Pulvershop“ sagt aus

Salzwedeler Drogenprozess: „War der Einzige ohne Jogginghose“

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Saal 218 des Stendaler Landgerichts: Angeklagter Nummer 1 (das Foto stammt vom ersten Verhandlungstag) sagte am Freitag umfangreich über seine Karriere als Online-Drogenhändler und seine Komplizen aus.

Salzwedel / Stendal – Mit dem Angeklagten Nummer 1 haben nun alle Beschuldigten im Salzwedeler Drogenprozess vor dem Stendaler Landgericht ausgesagt (wir berichteten).

Das rund einstündige Geständnis brachte viele Details über die internen Vorgänge rund um den „Kleinen Pulvershop“ und anderer Unternehmungen zum Vorschein.

Ein Unterschied offenbarte sich im Laufe der Verhandlung: Der Angeklagte Nummer 1, der als Organisator des Online-Drogenhandels gelten dürfte, unterscheidet sich von den anderen Mitangeklagten. „Ich war der Einzige, der keine Jogginghosen trug“, meinte der 32-Jährige beispielsweise.

Auch war der Drogenhandel für ihn offenbar nur eine Nebentätigkeit. Während seine Bekannten meist beschäftigungs- und mittellos in den Tag lebten, ging er in Vollzeit Arbeit nach – in der Gastronomie, häufig auch als Security-Mann bei Tanzveranstaltungen. 2017 habe er zudem die Chance auf ein eigenes Geschäft gehabt, erklärte der Angeklagte am Freitag. Daraus wurde aber nichts – sein Leben hätte sich anders entwickeln können.

VON JENS HEYMANN

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