IM GERICHT: Verfahren geht in die entscheidende Phase

Salzwedeler Drogenprozess: Staatsanwalt beantragt Haft

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Im Salzwedeler Drogenprozess sollen am morgigen Mittwoch die Urteile gefällt werden.

Stendal / Salzwedel – Im Salzwedeler Drogenprozess sind gestern die ersten Plädoyers gehalten worden. Staatsanwalt Gerd Regel beantragte Haft in Höhe von acht Jahren für den mutmaßlichen Kopf des Online-Drogenhandels („Kleiner Pulvershop“).

Zwei weitere Beschuldigte sollen für sechs Jahre und neun Monate bzw. vier Jahre hinter Gitter.

Für die Helfer forderte er vor dem Landgericht Stendal zweieinhalb Jahre Gefängnis sowie eineinhalb bzw. je ein Jahr Haft auf Bewährung. Einige der Angeklagten sollen außerdem eine ein- bis zweijährige Suchttherapie absolvieren und Wertersatz leisten.

Die Verteidiger der Angeklagten sprachen sich für ein geringeres Strafmaß aus. Rechtsanwalt Thomas Semmler, der den Hauptbeschuldigten vertrat, hielt sechseinhalb Jahre für seinen Mandanten für angemessen. Andere Strafverteidiger forderten anstelle von Bewährungsstrafen Arbeitsstunden oder ein anderes minderschweres Urteil. Drei Verteidiger wollen erst am morgigen Mittwoch ihre Plädoyers halten. Für diesen Tag wird auch das Urteil erwartet.

Zum Hintergrund: Sieben Personen im Alter von 21 bis 32 Jahre, alle mit Bezug zu Salzwedel, stehen seit Oktober in Stendal vor Gericht, weil sie in unterschiedlichen Beteiligungen über das sogenannte Darknet verschiedene Drogen – von Marihuana bis Heroin – sowie verschreibungspflichtige Medikamente unerlaubt gehandelt haben. Aufgeflogen war die Sache im Februar mehr oder weniger zufällig.

VON JENS HEYMANN

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