Fachleute steigen dem Turm ab dem 7. Oktober aufs Dach

Salzwedeler Attraktion wird abgesaugt

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Der Salzwedeler Rathausturm.

Salzwedel – „Besuchen Sie unseren Rathausturm und genießen Sie einen wunderschönen Blick über die Stadt“, heißt es auf der Internetseite der Salzwedeler Touristinfo.

Dort ist auch ein Bild zu sehen, es zeigt ein Teil des Bauwerks an der Breiten Straße, die Fassade sieht blütenweiß aus.

Die Realität: Putz bröckelt von den Wänden, Dreck hat sich festgesetzt und das Stadtwappen wirkt verblichen. Nicht nur Gäste haben von dem Aushängeschild der Hansestadt bei näherem Betrachten eher einen schmuddeligen Eindruck. Dies soll sich nach dem Willen der Stadtverantwortlichen ändern. Im Haushalt 2019 sind 200 000 Euro verankert. Was mit dem Steuergeld passieren soll, steht in einer Ausschreibung. Mehrere Gewerke werden demnach zwischen dem 7. Oktober und 29. November in luftiger Höhe zu tun haben.

Neue Traufbohle

Der erste Punkt beinhaltet das Dach. Die komplette Konstruktion mit Dachrinne sowie Kupferplatten wird demontiert und teilweise zwischengelagert. Eine Sichtkontrolle, das Reinigen und gegebenenfalls Reparieren stehen auf dem Arbeitsplan. Schon jetzt ist bekannt: Bei einigen Bauteilen ist dies nicht mehr möglich. Dachrinnenhalter, Einhänge und Traufbohle werden komplett ersetzt.

Sauger aus der Industrie

Bei einem weiteren Schwerpunkt geht es um die Fassade. Diese soll abgesaugt werden, damit der Schmutz der Jahrzehnte verschwindet. Dazu ist ein Aufzug nötig. Mit dem Industriestaubsauger gilt es, 120 Quadratmeter zu bearbeiteten. Auch ein fahrbares Gerüst kommt zum Einsatz. Schadhafte Putz-Wandflächen werden saniert. Der Anstrich muss auf knapp 300 Quadratmetern entfernt und erneuert werden.

Damit andere Bauteile nicht versehentlich auch eine neue Farbe bekommen, gilt es 150 Quadratmeter abzukleben. Für die Fassade sind noch weiter – teilweise kleinteilige Arbeiten – zu erledigen. Entfernen von Beschichtungen auf Holzfenstern, Einzelrisse beseitigen, schadhaftes Turmgesims ergänzen und neue Schichten für Bauteile aus Metall gehören dazu. Übrigens: Die Ziffernblätter bekommen ebenfalls einen neuen Anstrich.

Sandstein hat Risse

Mit einem weiteren Baulos wird der Blick auf Natursteine, Turmgalerie und Figuren gerichtet. Diese werden grundhaft gereinigt. Die Sandsteinbalustrade soll verfestigt werden. Dies ist zudem für zwei Figuren, die aus demselben Material bestehen vorgesehen. Nicht nur in der Fassade, sondern auch im Sandstein haben sich Risse gebildet. Experten sollen sie sanieren. Der Fußboden der Turmgalerie bekommt neuen Estrich. Nicht überall sind Reparaturen möglich. Die Konsequenz: Einige Sandsteine müssen ergänzt werden.

Damit die Mitarbeiter der Firmen sicher arbeiten können, rücken im Oktober zunächst Gerüstbauer an. Dafür hat die Verwaltung ebenfalls exakt festgelegt, was erwartet wird. Ein Arbeitsgerüst ist nötig. Zudem sind weiteren baugeleitende Schritte vorgesehen. Heißt: Während die anderen Gewerke im Gange sind, müssen Teile vorübergehend geschützt werden. Allein das Fassadengerüst für den Turm umfasst knapp 460 Quadratmeter. Damit Spaziergänger auf den angrenzenden Einkaufsstraßen nicht mit Dreck kämpfen müssen, wird ein Staubschutz installiert. Im Rahmen der Bauphase werden zudem mehrere Musterflächen angelegt, die einen ersten Eindruck, wie es einmal aussehen soll, vermitteln.

Die Arbeiten werden wohl neugierige Blicke auf sich ziehen. Das Bauwerk bietet auch so einige Ausblicke. Die 25 Meter hohe Aussichtsplattform ist direkt aus der Tourist-Information zugänglich. Dort oben gibt es Tafeln mit Namen von stadtprägenden Gebäuden wie Kirchen, die im Sichtfeld des Rundgangs zu sehen sind.

VON CHRISTIAN ZIEMS 

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