Ein Dutzend Anschläge / Noch kein Hinweis auf den Täter

Salzwedeler in Angst vor dem Feuerteufel

Privatkundenbetreuer Jörg Wisweh von der Volksbank Uelzen-Salzwedel sah sich gestern den Schaden an, den der Feuerteufel an der Bank verursacht hat. Foto: Benecke

Salzwedel. Seit Wochen hält ein Feuerteufel die Hansestadt in Atem. Nachdem der bislang Unbekannte am Wochenende zuvor auf dem Schaper-Betriebsgelände und am Reitstadion gewütet hatte, galt sein jüngster Anschlag der Volksbank Salzwedel-Uelzen.

Dort hatte er Sonntagfrüh gegen 1. 20 Uhr ein Containergelass und einen Pkw angesteckt. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen auf das Bankhaus verhindern (wir berichteten). Den von der Polizei mit rund 20 000 Euro angesetzten Schaden sieht Volksbank-Vorstand Rainer Adamczyk als „sehr am unteren Ende“. Ein Gutachter soll nun klären, inwieweit das Gemäuer der Bank durch die Hitze beschädigt ist. „Das Geld der Kunden ist trocken und kühl geblieben“, beruhigte Adamczyk. Ihm ist es unverständlich, dass jemand Freude daran hat, andere Menschen zu gefährden. „Denn wer kann ausschließen, dass sich in einem der angezündeten Gebäude nicht noch Menschen aufhalten?“, ist der Volksbank-Vorstand beunruhigt.

Und genau das befürchten auch viele Salzwedeler. Die Angst geht um, dass auch ihre Häuser brennen könnten. Doch die seit vergangener Woche gegründete Ermittlungsgruppe der Kripo hat bislang noch keinen Hinweis auf den Täter. Die Ermittler um Sachgebietsleiter Leben, Gesundheit und Brände, Rolf Rohlfing, arbeitet fieberhaft, konnte dem Brandstifter bislang ein gutes Dutzend Brände aufs Kerbholz schreiben. Die Ermittlungen sind äußerst schwierig, da der Feuerteufel keinen Brandbeschleuniger benutzt, sondern nur vorhandenen Müll bzw. Papier anzündet.

Wie er den Brand im Carport der Volksbank gelegt hat, das wunderte gestern die Mitarbeiter. Die Tür vom Containerraum, vom dem der Brand ausging, war verschlossen, wurde erst während des Löschens von der Feuerwehr aufgebrochen. An gleicher Stelle hatten vor zwei Jahren schon einmal die Tonnen gebrannt.

Von Holger Benecke

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