Das Salzwedeler Amtsgericht soll über drei Geschosse mit dem Grundbuchamt verbunden werden

Ein Umbau für 1,45 Millionen Euro

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Zwischen dem Hauptgebäude des Amtsgerichtes (l.) und dem Grundbuchamt soll für knapp 1,45 Millionen Euro ein dreigeschossiger Verbinder entstehen.

Salzwedel. „Für den aktuellen Umbau am Salzwedeler Amtsgericht sind Gesamtkosten von etwa 1,45 Millionen Euro angesetzt“, informiert Ute Albersmann vom Ministerium für Justiz Sachsen-Anhalt auf Nachfrage der AZ.

Ob diese Kostenobergrenze eingehalten werden kann, ist fraglich.

Für das Amtsgericht in Salzwedel sieht das Justizministerium Sachsen-Anhalt einige Änderungen vor. So soll zwischen dem Hauptgebäude und dem Grundbuchamt ein dreigeschossiger Verbindungsbau entstehen. Dieser soll den Sicherheitsaspekten von öffentlichen Gebäuden entsprechen und den Eingang für Besucher einschränken.

Dazu, so die Pläne, soll auf Höhe von drei Etagen eine Verbindung aus Glas und Stahl entstehen. Die Entwürfe zum Verbinderbau bedürfen aber der Zustimmung der Denkmalbaubehörde.

Seit 1990 erfolgte im Amtsgericht eine Grundsanierung. Rund drei Millionen Euro wurden seitdem investiert. Bereits seit 2012 wird am Dachstuhl des ehemaligen Salzwedeler Altstadt-Rathauses gearbeitet. Dass das Dachgeschoss vom Hausschwamm, der als einer der aggressivsten Holzschädlinge gilt, befallen war, blieb lange Zeit unbemerkt. Die Räume im Dachgeschoss wurden als Archiv genutzt, daher war der Zugang erheblich eingeschränkt. Und eine um 1990 eingebaute Zwischendecke verschlechterte das Raumklima in den oberen Geschossen. Entsprechende substanz-erhaltende Sanierungsmaßnahmen wurden zwar unternommen, allerdings, so bemängeln es Falko Grubitzsch, Frank Högg und Andreas Stahl in der Zeitschrift für Denkmalpflege: „Die Fußböden und Fenster, der Wand- und Deckenputz wurde einfach abgeschlagen, wodurch wichtige Befundquellen und Malereien unwiederbringlich vernichtet wurden.“

Ein Vorgängerbau, der als Rat- und Kaufhaus diente, wird in den Akten des Stadtarchivs bereits um 1233 erwähnt. Der Hauptbau des heutigen Gerichts, so belegen es die dendrochronologischen Untersuchungen des Dachstuhls, kann auf 1509 datiert werden. Im Laufe der Geschichte diente das Gebäude als Stadtarchiv, Arrestkammer, Lazarett sowie als Versammlungssaal. Nach dem Altstadtbrand erhielt der Bau eine Erweiterung. Seit 1855 wird der Backsteinbau als Justizgebäude genutzt. Der Neubau des Gefängnisses (heute Haus II / Grundbuchamt), der für 1856 geplant war, wurde knapp zehn Jahre später umgesetzt.

Von Katja Lüdemann

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