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Salzwedeler Altmark-Klinikum berichtet über Fälle zur Silvesternacht

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Von: Armon Böhm

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Rettungskräfte an Silvester
In Großstädten wie Hamburg müssen zu Silvester zahlreiche Einsatz- und Rettungskräfte jederzeit bereit sein. Für das Altmark-Klinikum in Salzwedel ist die Neujahrsnacht allerdings wie jeder andere Feiertagsdienst auch. © Jonas Walzberg

Immer wieder ist nach Silvester von Verletzungen und vielen weiteren Unglücksfällen durch verschiedenste Feuerwerkskörper zu hören. Aber wie sah die Situation zur Neujahrsnacht im Salzwedeler Altmark-Klinikum aus?

Salzwedel – Nach zwei Jahren Corona-Pause konnten sich Freunde des Feuerwerks zu Silvester wieder mit Raketen, Böllern und anderen Neujahresklassikern austoben. Während bunte Lichter das Jahr 2023 begrüßten, hatte die Sprengkraft so mancher Feuerwerkskörper auch wieder ihre Schattenseiten. Bundesweit kam es zu Verletzungen und sogar zu Todesfällen. Aber wie verlief die Silvesternacht in Salzwedel? Um dies zu beantworten, wandte sich die AZ an das Salzwedeler Altmark-Klinikum.

Zwar gibt es noch keine deutschlandweiten Zahlen, doch Schlagzeilen über Unfälle, Angriffe auf Einsatzkräfte und sogar Todesfälle finden sich schnell. So heißt es beispielsweise auf der Internetseite des Münchner Merkurs, dass sich ein Mann aus Weißenfels in Sachsen-Anhalt seine linke Hand komplett weggesprengt hat. In Unlingen in Baden-Württemberg ist ein Betrunkener ohne Fahrerlaubnis mit einem Auto in einen Rettungswagen gefahren und hat zwei Sanitäter dadurch schwer verletzt. Besonders tragisch ist der Fall eines 17-Jährigen aus Leipzig in Sachsen, der beim Einsatz von Pyrotechnik schwer verletzt wurde und später im Krankenhaus verstorben ist.

Laut Ivonne Bolle, Pressesprecherin des Altmark-Klinikums, gab es zur Silvesternacht in Salzwedel kein außergewöhnlich großes Aufkommen an Patienten. Zwei Personen seien von Feuerwerkskörpern verletzt und stationär behandelt worden. „Davon war eine Verlegung in eine Spezialklinik für Mund-, Gesicht- und Kieferchirurgie erforderlich, weil das Gesicht von einer Rakete verletzt wurde“, teilte die Pressesprecherin auf AZ-Anfrage mit. Ebenfalls sei bei beiden Patienten eine Alkoholvergiftung diagnostiziert und behandelt worden.

Vorbereitet habe sich das Salzwedeler Krankenhaus für die Silvesternacht wie bei jedem anderen Feiertags- und Wochenenddienst auch. Eine Anzahl von akuten Notfällen sei laut Bolle nicht vorhersehbar gewesen.

Angesprochen auf mögliche personelle Mängel machte Bolle auf den allgemeinen Personal- und Fachkräftemangel aufmerksam, der medizinische Einrichtungen und damit auch das Altmark-Klinikum seit Jahren begleite. „Laut Krankenhausgesellschaft blieben im Jahr 2021 bundesweit 8000 Arbeitsplätze auf den Intensivstationen unbesetzt; auf den Normalstationen fehlten 14 000 Mitarbeitende. Diese Situation wird aktuell aufgrund von Personalausfällen wegen viraler Erkrankungen verschärft“, schilderte Bolle abschließend.

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