Glasfaser für die komplette Innenstadt  / Anschluss der unterversorgten Ortsteile

Salzwedel: Zwei Breitbandprojekte angeschoben

Große Abstände aufgrund der Corona-Gefahr: Der Hauptausschuss (Foto) und später der Stadtrat tagten im großen Saal des Kulturhauses.
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Große Abstände aufgrund der Corona-Gefahr: Der Hauptausschuss (Foto) und später der Stadtrat tagten im großen Saal des Kulturhauses.

Salzwedel – Nachdem ein Breitbandausbau in Groß und Klein Chüden sowie Ritze, Bombeck, Klein und Groß Gerstedt an den hohen Kosten schon bei den Ausschreibungen gescheitert ist, soll nun ein neuer Anlauf gestartet werden.

Hauptausschuss und Stadtrat gaben dafür am Mittwoch während ihrer Sitzungen grünes Licht. Und auch in der Kernstadt soll die Datenautobahn schneller werden.

Es sind zwei Vorhaben. So will die Avacon Connect GmbH die Salzwedeler Kernstadt und ein wenig Umland auf ihre Kosten komplett auf Glasfaseranschlüsse, mit denen weit mehr als 100 Mbit/s zu erreichen sind, bis in die Wohnungen umrüsten. „In Klötze bauen wir bereits, in Gardelegen möchten wir damit im September beginnen“, schilderte Connect-Geschäftsführer Detlef Gieselmann den Abgeordneten.

In Salzwedel sollen rund 12 700 Nutzungseinheiten / etwa 5750 Hausanschlüsse an das Avacon-Netz genommen werden. Dazu gehören auch die Gewerbegebiete und die Schulen. Das alles soll ausschließlich auf Kosten der Avacon Connect geschehen – ohne Fördermittel und kommunale Zuschüsse. Im Juli wollen die Connect-Mitarbeiter mit der Vorvermarktung beginnen und hoffen auf eine Beteiligung von mindestens 40 Prozent, erläuterte Detlef Gieselmann. Mit einem Ergebnis rechnet der Geschäftsführer im November. Dann soll auch die endgültige Ausbauentscheidung fallen. Gieselmann: „Es muss wirtschaftlich sein.“

Werden die 40 Prozent Anschlussgrad erreicht, könnte im ersten Quartal nächsten Jahres der Ausbau beginnen. Dabei werden sich die Bautrupps durch ganz Salzwedel buddeln und bohren. Gieselmann rechnet mit bis zu zwei Jahren, da in der Stadt nicht an allen Stellen gleichzeitig geschachtet werden kann. Bis 2022 soll der Erstausbau fertig sein.

Ein zweites Angebot, das die Stadträte ebenfalls nicht ausschlagen wollten, unterbreitete Theo Struhkamp vom sachsen-anhaltinischen Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung. Sein Haus werde sogenannte weiße Flecken – also die eingangs genannten Dörfer – mit bis zu drei Millionen Euro fördern. Das wären 90 Prozent. Die Kommune müsste dazu noch einen zehnprozentigen Anteil packen. Damit könnten die bisher unterversorgten Salzwedeler Ortsteile ein Glasfasernetz erhalten. „Um diese Förderung zu bekommen, benötigen wir nicht einmal eine Anschlussquote“, strich Bürgermeisterin Sabine Blümel einen weiteren Vorteil heraus. Und weiter: „Es ist eine Chance, die unwirtschaftlichen Ortsteile ins 21. Jahrhundert zu führen.“

VON HOLGER BENECKE

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