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Salzwedel: Widerstand gegen Streichung des IRE

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Von: Arno Zähringer

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Vier Landkreise und der Fahrgast-Rat Wendland setzen sich für eine Zugverbindung zwischen Hamburg und Berlin mit Stopps in Lüneburg, Uelzen, Salzwedel (unser Bild) und Stendal ein. © Wikimedia

Auf breiter Front formiert sich der Widerstand gegen die Entscheidung der Deutschen Bahn (DB), den Interregio-Express-Zug (IRE) zwischen Hamburg und Berlin mit Zwischenstopp in Salzwedel dauerhaft einzustellen. Denn nun ziehen auch die Landkreise Lüchow-Dannenberg, Uelzen, Lüneburg und Altmarkkreis an einem Strang – und vor allem in die gleiche Richtung.

Salzwedel - Unterstützung erhalten die Landkreise vom Fahrgast-Rat Wendland. Allerdings schlägt der Verband als Ersatz für den weggefallenden IRE die Verlängerung einer bestehenden ICE-Linie ab Berlin über Salzwedel nach Hamburg vor. „Das Produkt IRE gibt es nur noch in Baden-Württemberg als besonders schnelle Regionalverbindung, steht dort aber auch auf dem Abstellgleis“, heißt es vom Fahrgast-Rat. Dieser schlägt deshalb als Alternative eine leicht umsetzbare ICE-Verlängerung vor.

Massiver Verlust der Attraktivität

In einem von Landrätin Dagmar Schulz und ihren Kollegen Dr. Heiko Blume, Jens Böther und Michael Ziche unterzeichneten Brief an den Bahn-Vorstandsvorsitzenden Dr. Richard Lutz fordern sie die Wiederaufnahme der Verbindung. Schließlich sei sie nicht nur für Pendler bewährt, sondern auch unter touristischen Gesichtspunkten von hoher Bedeutung.

Mit der Streichung der Verbindung gehe zudem ein massiver Verlust der Attraktivität der Landkreise einher und bedeute eine Schlechterstellung des ländlichen Raumes. Diese Meinung hatten auch zahlreiche Leser der AZ gegenüber der Redaktion in Leserbriefen und Gesprächen deutlich gemacht.

Darüber hinaus sei die Einstellung des IRE in Zeiten des Klimawandels und -schutzes ein „fatales Signal“ an die Öffentlichkeit und die betroffenen Menschen. Zudem weist das Quartett darauf hin, dass die Landkreise als Träger des Öffentlichen Nahverkehrs auch dort Busse fahren ließen, wo es sich aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nicht rechne. „Wir Landkreise stehen zu unserer Verantwortung. Die DB sollte dies auch tun.“ Und: „Die Klimawende wird nicht gelingen, wenn unter anderem mit einem Deutschlandtakt die Metropolen besser miteinander verknüpft werden, jedoch die Menschen in der Fläche vergessen werden.“

Reguläre Verbindung soll eingeführt werden

Deshalb mache es für den Fahrgast-Rat Wendland Sinn, eine reguläre ICE-Verbindung auf der Linie mit Halten in Lüneburg, Uelzen, Salzwedel und Stendal einzuführen. Diese könnte auch während der Baustellenumleitungen verkehren – wenn auch mit teilweise veränderten Abfahrtzeiten. Entsprechend der Nachfrage sollte die Linie mindestens einmal täglich verkehren: montags bis freitags etwa 7 Uhr ab Hamburg und Ankunft in Berlin gegen 9.30 Uhr und zurück gegen 17 Uhr ab Berlin und Ankunft in Hamburg gegen 19.30 Uhr, am Wochenende gegen 8 Uhr ab Hamburg. Um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, sollten die Züge nicht nur zwischen den beiden Metropolen pendeln, sondern ab Berlin über Leipzig und Erfurt nach Nürnberg verlängert werden. Damit würden neue Direktverbindungen für Lüneburg, Uelzen, Salzwedel und Stendal nach Leipzig und Erfurt geschaffen und in Nürnberg ein interessanter End- und Umsteigepunkt erreicht. Deshalb sollten die Landkreise eine leicht umsetzbare ICE-Verlängerung vorschlagen.

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