Hoffnungsschimmer für die abgehängten Orte

Salzwedel hat weiße Flecken ausgeschrieben

Die Groß und Klein Gerstedter warten seit Jahrzehnten auf Internetanschlüsse, die konstant mehr als 6/Mbit/s (!) leisten können.
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Die Groß und Klein Gerstedter warten seit Jahrzehnten auf Internetanschlüsse, die konstant mehr als 6/Mbit/s (!) leisten können.

Salzwedel – „Die Ausschreibung läuft“, teilte Stadtsprecher Andreas Köhler auf Nachfrage mit. Es geht um das Erschließen der weißen Breitband-Flecken im Bereich der Hansestadt Salzwedel. Das betrifft Groß und Klein Gerstedt sowie Ritze, Groß und Klein Chüden.

Für den Anschluss letzterer Ortschaften hatte die Stadt schon einmal ausgeschrieben. Die Ergebnisse übertrafen jedoch die finanziellen Möglichkeiten der Kommune.

Frischen Wind brachte Theo Struhkamp vom sachsen-anhaltinischen Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung nach Salzwedel. Während der jüngsten Stadtratssitzung versprach er bis zu drei Millionen Euro, wenn die Stadt einen zehnprozentigen Eigenanteil dazulege. Der Vorteil dieser Weiße-Flecken-Förderung vom Land: Es muss keine Anschlussquote erreicht werden.

Genau zwei Monate nach der Stadtratssitzung hat die Verwaltung die Ausschreibung am 8. Juni veröffentlicht. Abgabefrist ist am kommenden Donnerstag, 18. Juni. Der Auftrag: Ein flächendeckendes, sogenanntes NGA-Netz (NGA = Next Generation Access – also ein Netzwerk für die nächste Generation) im Stadtgebiet zu schaffen. Dabei sind Breitbandanschlüsse mit 100 Mbit/s Down- und Uploadrate für alle Privathaushalte, Unternehmen und Gewerbetreibenden gefordert. Und: Die weißen Flecken im Salzwedeler Raum sollen innerhalb von zwei Jahren auf modernen Standard gebracht werden.

Nach Abgabe der Angebote will die Stadtverwaltung mit allen Bietern in Verhandlungen gehen, um eventuell nachzubessern. Danach sollen dann die neuen Angebote bewertet werden. Aber: „Bedingung für die Förderung des Vorhabens ist die Erfüllung der Bewilligungsvoraussetzungen im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel. Insoweit besteht kein Anspruch auf Vertragsabschluss.“ Heißt auf gut Deutsch: Wenn die Stadt ihren zehnprozentigen Eigenanteil nicht aufbringen kann, dann wars das und die Internetwüste in den kleinen Orten rund um Salzwedel bleibt bestehen.

VON HOLGER BENECKE

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