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Salzwedel von Blutkonservenmangel aktuell nicht betroffen

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Von: Lydia Zahn

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blutkonserven
Der aktuelle Bestand der jeweiligen Blutgruppen. Zur Sicherung der Versorgung werden in den Depots mindestens 10 000 Präparate benötigt, 7000 sind es aber nur. Dadurch kann ein Teil der Klinikanfragen nicht vollständig abgedeckt werden. © Infografik: Blutspendedienst NSTOB

Das Uniklinikum in Magdeburg hat wegen „schweren Mangels an Blutkonserven“ zum Blutspenden aufgerufen. „Die Feiertage und die Infektionswellen der vergangenen Wochen haben die Bereitschaft zur Blutspende gedämpft“, sagte eine Sprecherin des Krankenhauses, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Die Spendenbereitschaft habe in den vergangenen Monaten in einigen Bundesländern spürbar nachgelassen. Bereits vor der Grippesaison waren Engpässe befürchtet worden. Nun spitze sich die Versorgungslage immer weiter zu. Die AZ fragte nach, wie es um einen möglichen Engpass in Salzwedel steht.

Salzwedel – Der Hauptabteilungsleiter der Blutspenderwerbung und Öffentlichkeitsarbeit des Blutspendedienstes NSTOB des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Markus Baulke, erklärt auf Nachfrage, dass besonders im letzten Quartal des vergangenen Jahres ein Rückgang der Zahlen zu verzeichnen war. Vergleicht man die Blutspenden im Altmarkkreis Salzwedel von 2021 und 2022, ist dort ebenfalls ein Nachlassen der Spendenbereitschaft zu erkennen. 2022 sind 3025 Menschen zum „Lebenssaft-Anzapfen“ gegangen und haben im Schnitt 1,88 Mal gespendet. Das Jahr davor waren es noch fast 200 Spender mehr. Insgesamt waren das 5677 Blutspenden im Jahr 2022, knapp 460 Spenden weniger und ein Minus von zirka 7,6 Prozent.

Gründe dafür sieht Baulke bei ausgefallenen Spendenterminen und Corona-Folgen: „In den vergangenen Jahren konnten wir in den Schulen und Betrieben kaum Spendetermine anbieten. In beiden Bereichen generieren wir viele Erstspender. Durch die fehlenden Erstspenden fehlen uns jetzt die Folgespenden. Dazu kommt eine gewisse Corona-Müdigkeit unserer Spender. Zum Schutz unserer Mitarbeitenden waren wir lange gezwungen, vielfältige Corona-Hygienemaßnahmen aufrechtzuhalten. Eine Erhöhung der Personalausfälle hätte zu weiteren Terminausfällen geführt und die bereits eingeschränkte Versorgung mit Blutpräparaten weiter belastet.“ Die Grippewelle im November und Dezember habe das Spendenaufkommen zusätzlich negativ beeinflusst.

Seit Dezember keine FFP2-Maske mehr nötig

Der Pressesprecher führt weiter aus, dass Mitte Dezember die Hygienemaßnahmen dem Pandemieverlauf angepasst und ein Großteil der Maßnahmen zurückgenommen wurden. Seither sind keine FFP2-Masken mehr nötig, sondern es reicht ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske). Seit diesem Januar wird vielerorts in den Spendenlokalen sogar wieder ein Imbiss angeboten. „Damit wird das gemütliche Zusammensitzen nach der Blutspende wieder möglich. Für 2023 sind weitere Lockerungen zu erwarten“, sagt Baulke.

Neben dem Rückgang der Spendenbereitschaft spielt aber auch die eingeschränkte Lagerfähigkeit der Blutkonserven mit in den Versorgungsmangel ein. Blutplättchen können beispielsweise vier Tage und rote Blutkörperchen maximal 49 Tage aufbewahrt werden. Dadurch können auch keine hohen Puffer aufgebaut werden.

„Die Versorgung der Kliniken mit Blutpräparaten erfolgt bedarfsgerecht. Das heißt, dass täglich so viel Blut abgenommen werden muss, wie es von Krankenhäusern tatsächlich benötigt und angefordert wird. Aufgrund der kurzen Haltbarkeiten der Präparate können wir keine hohen Lagerbestände aufbauen. Daher richtet sich das benötigte Spendenaufkommen grundsätzlich nach dem Bedarf der Kliniken“, ergänzt Baulke. Dieser Bedarf war jedoch in den vergangenen Jahren coronabedingt sehr schwankend. In Verbindung mit der eingeschränkten Lagerfähigkeit kommt es dadurch bei akuten Mehrbedarfen schnell zu Konservenengpässen.

Keine Engpässe in Salzwedel

Das Salzwedeler Krankenhaus könne glücklicherweise keine Engpässe verzeichnen. „Das Altmark-Klinikum hat aktuell keine Schwierigkeiten mit der Beschaffung von Blutkonserven“, teilte die Pressesprecherin der Klinik, Ivonne Bolle, auf Nachfrage mit. Weiter ging sie auf das Thema aber nicht ein.

Der nächste Blutspendetermin in Salzwedel ist übrigens am 13. Februar von 10 bis 14 Uhr in Haus 5 der Kreisverwaltung, Bahnhofstraße 6.

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