Langjähriger Bürgermeister der Hansestadt verstarb am Silvestertag

Salzwedel trauert um Siegfried Schneider

+
Für Siegfried Schneider (Mitte) der größte Erfolg seiner Amtszeit als Bürgermeister: 2008 beim Rundgang durch Salzwedel zum 28. Internationalen Hansestag mit dem damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler (l.) und dem Präsidenten der Hanse, Bernd Saxe (r.).

hob Salzwedel. Der Alt-Bürgermeister der Hanse- und Baumkuchenstadt, Siegfried Schneider, ist am Silvestertag im Alter von 70 Jahren gestorben. Der Sohn eines Landarbeiters aus Kuhlhausen im Elb-Havel-Winkel wuchs mit vier Geschwistern in einer katholischen Familie auf.

Nach einer kaufmännischen Lehre bei der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG) in Garz wurde er im Februar 1966 dort Hauptbuchhalter. 1970 trat er in die CDU ein. Vier Jahre später avancierte er zum Chef der Örtlichen Versorgungswirtschaft (ÖVW) beim Rat der Stadt Salzwedel.

Siegfried Schneider (†) prägte mehrere Jahrzehnte die Salzwedeler Stadtgeschichte.

Am 18. November 1989 forderten tausende Salzwedeler während einer Demonstration des Neuen Forums auf dem Kulturhausvorplatz den Rücktritt von Bürgermeister Walter Kott. Der Salzwedeler Frank Benecke rief: „Bürger, wählt euch euren Meister selbst!“ Woraufhin die Menschen „Siegfried Schneider“ skandierten. Kott übergab Schneider am nächsten Tag die Amtsgeschäfte. Im Mai 1990 wurde er Stadtdirektor und war von 1994 bis 2008 Bürgermeister.

Im letzten Jahr seiner Amtszeit konnte Siegfried Schneider einen seinen größten Erfolge feiern. Sein Einsatz für Salzwedel als Hansestadt wurde mit dem 28. Internationalen Hansetag gekrönt, zu dem 125 europäische Städte ihre Abordnungen schickten. Am 11. Juli 2008 ging Siegfried Schneider nach 34 Jahren Dienst für die Stadt Salzwedel, davon 14 Jahre als Bürgermeister, in Pension. 

Der engagierte Katholik stellte nach der Wende die Weichen für eine schnelle Entwicklung der Stadt. Erwähnt seien die Altmark-Passage, eine der ersten solcher Bauten in den neuen Bundesländern, aber auch der Umbau des Kulturhauses.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare