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Tischlermeister Rainer Krümmel (80) aus Salzwedel kann die Finger nicht vom Holz lassen

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Von: Ulrike Meineke

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Tischlermeister Rainer Krümmel aus Salzwedel
Tischlermeister Rainer Krümmel kann die Finger nicht vom Holz lassen: In einer Zeitschrift hat er das Material „NUO“ entdeckt, ein gelaserter Mix aus Holz und Leinen, aus dem sich auch Brillenetuis, Taschen oder Sitze anfertigen lassen. Der 80-jährige Salzwedeler gehört zur Gemeinschaft der „Hansenbande“, die aus zugezogenen Künstlern und Kunsthandwerkern besteht, welche rund um die Hansestadt eine neue Heimat gefunden haben. © Meineke, Ulrike

Rainer Krümmel ist ein Optimist, der sich mit vielem arrangieren kann. Deshalb ist es auch gar nicht schlimm, dass der Salzwedeler Tischlermeister den Namen „Hansenbande“ gar nicht so toll findet, wie er nebenbei bemerkt.

Salzwedel – „Bande – das hat irgendwie einen komischen Unterton“, sagt der 80-jährige Salzwedeler, der die Finger nicht vom Holz lassen kann, schmunzelnd. Inzwischen hat er sich aber mit dem Namen für den Gemeinschaftsladen an der Burgstraße arrangiert. Und: Er findet das Konzept toll, schließlich können sich unter dem „Hansenbande“-Dach Künstler und Kunsthandwerker aus der Region rund um die Hansestadt Salzwedel verwirklichen und präsentieren.

Dabei dürfte Tischlermeister Krümmel zu den ganz Wenigen gehören, die aus der Region stammen. Denn was die meisten anderen Künstler und Kunsthandwerker neben ihrer gemeinsamen Passion verbindet, ist: Sie hat es auf unterschiedlichen Wegen aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands hierher verschlagen. Sie stammen unter anderem aus Freiberg nahe der Grenze zur Schweiz, aus Leipzig, Rostock ...

„Hier ist es ländlich, ruhig und das Leben ist preiswerter als in der Großstadt“, nennt Krümmel ein paar Gründe. Überwiegend seien es Frauen, nämlich zehn (und drei Männer), die ihre Kunstwerke in der „Hansenbande“ anbieten. Eine studierte Designerin etwa fertigt Schmuck an. Besonders gut kommen bei den Touristen auch die bedruckten Shirts, Taschen und Handtücher an, weiß Senior Krümmel, der mit seinen 80 Lenzen entweder dabei ist, aus Holz Schreibgeräte, Schalen, Dosen und auch Schmuck zu fertigen oder hinter der Ladentheke steht. „Ich kann nicht anders“, sagt er im AZ-Gespräch.

Töpferwaren, Bienenwachskerzen, Tee und vieles mehr bieten die Künstler an, die allesamt in der Gegend rund um Salzwedel eine neue Heimat gefunden haben. Sogar selbst gemachten Wodka und Gin gibt es, alles handgemacht und ökologisch hergestellt. Es handele sich um Produkte „für die schönen und irrelevanten Dinge des Lebens“, so ein Slogan der „Hansenbande“, deren Mitglieder sich selbst als „unkonventionell“ und „einfallsreich“ bezeichnen. Der Laden ist vor etwa anderthalb Jahren von der Altperver- an die Burgstraße umgezogen und jetzt Mieter beim „Bürgermeisterhof“. Die Gemeinschaft ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), „in der wir alle gleichberechtigt sind“, so Krümmel.

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