Wohnblock an der Thälmannstraße wird entkernt / Abriss steht bevor

Salzwedel: Der Stadtumbau geht weiter

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Der Wohnblock Ernst-Thälmann-Straße 17-25 wird derzeit entkernt. Der Großteil der zum Kreisverkehr Schillerstraße gerichteten Fenster sind weg. Der Abriss der 50 Wohnungen ist schon länger geplant; in diesem Jahr soll es nun losgehen. 

Salzwedel – Es mutet grotesk an: In Zeiten von Demonstrationen gegen Wohnungsarmut wird in Salzwedel munter weiter abgerissen. Aber die Hansestadt ist nicht Berlin oder eine andere gefragte deutsche Großstadt.

Jahrelanger Leerstand hat die beiden großen Wohnungsvermieter der Stadt in den vergangenen Jahrzehnten dazu veranlasst, einen Teil ihrer aus DDR-Zeiten geerbten Kapazitäten abzubauen.

Das Gebäude stammt aus den 70er-Jahren und bildet die südöstliche Ecke des Wohngebietes Thälmannstraße.

Das nächste Abrissobjekt, der Wohnblock Ernst-Thälmann-Straße 17-25, kommt nun an die Reihe. Doch bevor es an die Wände geht, muss erst einmal alles andere heraus. Den Prozess dieser Entkernung können Passanten derzeit gut beobachten; ein großer Teil der Fenster ist nun aus dem 50 Wohnungen umfassenden Gebäude verschwunden. Auch Türen, Heizungskörper, Bäder usw. kommen während dieser Phase raus. Der eigentliche Abriss richte sich nach Informationen der Eigentümerin, der Wohnungsbaugenossenschaft „Stadt Salzwedel“, nach dem Zeitplan des beauftragten Unternehmens.

In dem Block wohnt bereits seit dem vergangenen Jahr kein Mieter mehr. Im September seien laut Vermieter die letzten Menschen ausgezogen; zum Oktober wurde alles abgemeldet.

Einen kurzen Verwendungszweck erfuhr der Wohnblock im Februar. Die Salzwedeler Feuerwehr konnte ungestört einen halben Tag lang diverse Rettungsszenarien – vom Kellerbrand bis zur Vermisstensuche im obersten Stockwerk – trainieren.

Im „Integrierten Stadtentwicklungskonzept 2020“ spielen das Wohngebiet an der Ernst-Thälmann-Straße und insbesondere der Abrissblock 17-25 eine große Rolle. Das bereits einige Jahre alte Papier ging sogar noch einen Schritt weiter und skizzierte auch das Beseitigen des Nachwohnblocks, der Nummer 27-35. Doch davon hat sich die Wohnungsbaugenossenschaft mittlerweile abgewendet und stattdessen dieses Gebäude umfassend aufgewertet. Derzeit werden dort für zirka 1,25 Millionen Euro Fahrstühle angebaut.

VON JENS HEYMANN

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