Demonstranten gegen Rassismus fordern: Bleiberecht und Papiere für alle

Salzwedel soll solidarische Stadt werden

Die Demo ging über Lüneburger Straße, Südbockhorn, Neuperverstraße, Vor dem Neuperver Tor bis zum Kulturhaus und war gegen 14 Uhr beendet.
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Die Demo ging über Lüneburger Straße, Südbockhorn, Neuperverstraße, Vor dem Neuperver Tor bis zum Kulturhaus und war gegen 14 Uhr beendet.

Salzwedel – Unter dem Motto „We’ll come united – Für das Recht auf soziale Rechte“ startete am Sonnabend gegen 11 Uhr an der Flüchtlingsunterkunft an der Lüneburger Straße eine Demonstration durch Salzwedel.

Die rund 90 Teilnehmer wollten auf Probleme wie Rassismus in der Altmark und dem Wendland aufmerksam machen und forderten ein Bleiberecht und Papiere für alle. Die Demonstration verstand sich als Teil der Antirassistischen Aktionstage, die vom Aktionsbündnis Solidarisches Salzwedel, der Solidarischen Provinz Wendland-Altmark und dem Verein Exchange organisiert wurden.

Rund 90 Altmärker machten am Sonnabend auf Missstände in der Region und der Politik aufmerksam.

Angemeldet wurde die Demonstration durch die Salzwedelerin Cathleen Hofmann. Unterstützt wurde sie dabei von Christine Bölian, die im Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt agiert. „Der Rassismus in der Altmark wird vom Stadtrat und dem Kreistag übersehen“, sagte Hofmann, die in beiden Gremien sitzt. „Ich habe mehrfach versucht, das Thema anzusprechen – leider ohne Erfolg.“ Es fehle eine Lobby, die sich damit auseinandersetze und Lösungen in die Kommunalpolitik einbringe. „Übergriffe rechter Gewalt nahmen in jüngster Zeit zu. Siehe die Terroranschläge in Halle, Hanau oder Kassel“, machte die Stadträtin aufmerksam, Und stellt fest: „Auch in Salzwedel und Stendal nimmt die Gewalt zu.“

Für die Zukunft wünschen sich die Initiatoren, dass die Hansestadt ein sicherer Hafen für Geflüchtete wird. „Die Stadt soll sicherer werden“, so Christine Bölian. „Zudem soll sich Salzwedel dem Bündnis ,Seebrücke’ anschließen und eine solidarische Stadt werden.“ Damit würde die Hansestadt dem Beispiel von Halle, Magdeburg und Dresden folgen.

Kritisch steht Christine Bölian Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gegenüber, der den Bundesländern die Aufnahme von Geflüchteten verweigert haben soll, wie sie betonte.

Nach einer Ansprache durch die Initiatorin Cathleen Hofmann setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung, begleitet von mehreren Einsatzwagen der Polizei. Dies führte an einigen Stellen der Stadt zu Verkehrsbehinderungen in Salzwedel. Vom Flüchtlingsheim aus ginge es über die Lüneburger Straße, dem Südbockhorn, der Neuperverstraße, der Straße Vor dem Neuperver Tor bis zum Kulturhaus, wo die ursprünglich bis 16 Uhr angemeldete Veranstaltung gegen 14 Uhr beendet wurde. Alles verlief friedlich. VON PAUL W. HIERSCHE

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