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Salzwedel: „Solidarisch aus der Pandemie“

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Von: Arno Zähringer

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Gregor Gysi in Salzwedel. © Benecke, Holger

„Ich bin der einzige in Deutschland, der zugibt, kein Virologe zu sein“, erklärte Gregor Gysi am Dienstag vor dem Kulturhaus in Salzwedel. Allerdings sei es höchste Zeit, dass „wir Menschen durch Aufklärung zum Impfen bringen“, sagte der Politiker der Linken, der sich gegen eine Impfpflicht aussprach.

Menschenkette
Mit Schals und Bändern ist beim Auftritt von Gregor Gysi auf dem Vorplatz des Kulturhauses eine Menschenkette gebildet worden. © Benecke, Holger

Salzwedel - In seiner Ansprache, die mehrfach mit Beifall quittiert wurde, machte er seinem Ruf als eloquenter Redner alle Ehre. Und er setzte dabei deutliche Zeichen. „Krankenhäuser müssen sich nicht rechnen, sondern für die Gesundheit zuständig sein“, rief er den rund 200 Teilnehmern der Veranstaltung „Salzwedel: solidarisch und gerecht zu“. Und er machte sich stark für Selbstständige und Freiberufler. „Wenn der Staat diesen Menschen aus gesundheitlichen Gründen verbietet zu arbeiten, dann muss er ihnen auch Kurzarbeitergeld gewähren.“ Der Ansatz der Solidarität sei in diesem Zusammenhang sehr wichtig, denn in einer Krise zeige sich immer, ob die Strukturen in einem Staat in Ordnung seien. Auch deshalb werde es höchste Zeit, dass „wir wieder Normalität in unser Leben bringen“. Er appellierte aber auch an die Anwesenden, mit Blick auf Gehaltsunterschiede in Ost und West und bei den Renten mehr Widerstand zu zeigen. Und er hoffe, dass mit Marco Heide bald ein Linker an der Spitze der Stadt stehe.

Heide machte deutlich, „grundsätzlich müssen wir das Ende der Pandemie für einen Neustart nutzen“. Gerade in den Kommunen „können wir, wenn die Kräfte gebündelt werden, richtig etwas reißen“. Auch deshalb kandidiere er für das Bürgermeisteramt und weil er die Zukunft gestalten statt den Mangel verwalten möchte.

Eingangs hatte Eva von Angern, Linke-Fraktionsvorsitzende in Sachsen-Anhalt, erklärt, dass ihre Partei ein Zeichen setzen und für Menschlichkeit und Solidarität einstehen wolle.

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