Kraiburg Relastec baut weiter aus, braucht aber einen eigenen Zubringer und schnelleres Internet

„Salzwedel – der richtige Standort“

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CDU-Bundestagsabgeordneter Eckhard Gnodtke (v.l.), CDU-Fraktionschef Peter Fernitz, Kraiburg-Geschäftsführer Georg Stockhammer, Produktionsleiter Torsten Schilling, Sylvia Radtke von der Industrie- und Handelskammer sowie Landrat Michael Ziche vor dem Recyclingmaterial.

Salzwedel. Eine Zufahrtsstraße zu Kraiburg Relastec und schnelles Internet – das waren Themen der gestrigen Gesprächsrunde zwischen Kraiburg-Geschäftsführer Georg Stockhammer, Salzwedels CDU-Stadtratsfraktionschef Peter Fernitz, Landrat Michael Ziche und CDU-Bundestagsabgeordneten Eckhard Gnodtke.

„Wir sind stolz auf diesen Standort“, stellte der Kraiburg-Chef voran.

Das neue Areal, auf dem das Recyclingmaterial verarbeitet werden soll, ist fast fertig. Kraiburg lagert dorthin um, weil auch die bestehenden Hallen vergrößert werden sollen. 

Das Erfolgsunternehmen, dessen Produkte unter anderem in jedem in Deutschland hergestellten Fahrzeug zu finden sind und das 230 Mitarbeiter und 20 Zeitarbeitskräfte beschäftigt, schlägt pro Jahr rund 170.000 Tonnen Material um und liefert von Salzwedel aus in über 100 Länder der Welt. All das rollt über die Fuchsberger Straße. Und wenn es nicht rollt und die Laster auf das Be- und Entladen warteen, wird es eng auf der Piste. Dort stauen sich bis zu 20 große Lkw. Kraiburg-Chef Stockhammer plädiert deshalb auf eine eigene Anbindung und stieß damit auf offene Ohren bei Landrat Ziche.

Zwei Varianten waren gestern im Gespräch. So schlug Georg Stockhammer vor, den Weg zum THW dafür auszubauen und weiterzuführen. Denn das Kraiburg-Gelände grenzt durch die zur Zeit laufende Erweiterung des Werkes fast an den Weg. Auf der neuen Fläche geht eine neue Halle noch in diesem Jahr in die Produktion – vor zwei Tagen absolvierten die ersten Maschinen ihren Probelauf. Dort soll das Recycling-Gummi – Kraiburg verwendet davon 90 Prozent in seinen Produkten – granuliert werden. Bislang liegt das Material auf einem Platz im Herzen des Unternehmens. Dort muss es weg, denn auch dort sind Hallenerweiterungen geplant. Somit wäre eine Werkszufahrt von hinten ein Gewinn für alle.

Der Landrat ging sogar noch einen Schritt weiter. Zumal er bezweifelt, eine Bundesstraßenauffahrt so nahe am Fuchsberg-Kreisel genehmigt zu bekommen. Er sieht daher einen Kraiburg-Straßenarm von der Käthe-Kollwitz-Straße aus als wesentlich machbarer.

Auch für das zweite Problem – schnelles Internet – kann Ziche mit einer Lösung aufwarten. Und zwar für das Gebiet im Bereich Berufsschule und Gewerbegebiet Fuchsberger Straße. Zumal der Kreis seine Berufsschule ohnehin anbinden will. Ziche verliert dabei aber die Wirtschaft nicht aus dem Auge, deren Firmen sich um den Fuchsberg gruppieren. Das Problem sei ein bautechnisches, denn allein das Verlegen von Kabeln nur zur Berufsschule würde vorsichtig geschätzt eine halbe Million Euro kosten.

Der Landrat lässt nun seine Mitarbeiter nach Fördermöglichkeiten für ein Fuchsberg-Netz suchen. Und wünscht sich zur Unterstützung: „Die Wirtschaft müsste mehr Druck machen.“ Dabei schloss er nicht aus, dass sich die Firmen auch finanziell beteiligen müssten.

Von Holger Benecke

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