Nur eines von 27 Gerätehäusern der Stadtwehr entspricht allen Anforderungen

Salzwedel: Die Prioritäten sind gesetzt

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Die Löschwasserversorgung ist das A und O: Die Gutachter raten, diesen Zweig zu verstärken.

Salzwedel – Kölner Gutachter haben im Auftrag der Stadt Salzwedel eine Risikoanalyse nebst Brandschutzbedarfsplan für die Hansestadt erarbeitet. Danach sollten aus 27 nur noch 16 Wehren werden und vier neue Gerätehäuser entstehen.

Außerdem müssen neue Fahrzeuge beschafft werden, und die Personaldecke sieht nicht gerade rosig aus.

Das ist die Reihenfolge der Prioritäten, die die Gutachter zum Umsetzen des Brandschutzbedarfsplanes setzen:

Organisatorisches

Priorität 1 a: Abstimmung mit Groß und Klein Gerstedt sowie Wieblitz-Eversdorf zum Zusammenlegen an einem Standort.

Priorität 1 b: Abstimmen von Vereinbarungen zur Zusammenarbeit mit den benachbarten Kommunen.

Priorität 2: Abstimmen mit den Ortswehren Mahlsdorf, Benkendorf und Liesten zum Zusammenlegen an einen neuen Standort.

Priorität 3: Abstimmung mit den anderen Wehren, für die Zusammenlegungen geplant sind.

Standorte

Priorität 1 a: Planen und Umsetzen des Gerätehausneubaus für den Standort Gerstedt.

Priorität 1 b: Fortlaufend die Sicherheit an den Standorten erhöhen, erkannte Gefahren sollen in Abstimmung mit der Feuerwehr-Unfallkasse ausgeschaltet werden.

Priorität 2: Planen und Umsetzen des Gerätehausneubaus Mahlsdorf.

Priorität 3: Planen und Umsetzen der Maßnahmen im Bereich Andorf, Hestedt und Rockenthin (Zusammenlegen der Wehren und Neubau eines Gerätehauses).

Fahrzeuge

Defekte Fahrzeuge müssen ausgetauscht, repariert bzw. neu angeschafft werden, wobei die Ortwehren nicht einzeln, sondern gemeinsam betrachtet werden müssen. Dadurch können mit einer entsprechenden Ausrückeordnung schlagkräftige Einsatzgruppen aus mehreren Wehren zusammengestellt werden.

Generell empfehlen die Gutachter, fast alle Anhänger (noch aus DDR-Beständen) umgehend abzuschaffen. Dadurch würden Risiken in den Fahrzeughallen reduziert. Zudem stünden mehrere Logistikfahrzeuge zur Verfügung, die ortswehrübergreifend für Schlauch- und Materialtransporte eingesetzt werden können.

Personal

Der Ausgleich der fehlenden Einsatzkräfte habe dabei höchste Priorität. Zudem verweisen die Experten auf den Bedarf an hauptamtlichen Gerätewarten. Denn diese sollen ihre ehrenamtlichen Kollegen entlasten, um deren Motivation trotz beruflicher und privater Einspannung hochzuhalten. Auch die Bereitschaftsdienste der Gerätewarte sollten nach Einsatzlage geprüft werden.

Löschwasser

Nicht nur die Gutachter haben festgestellt, dass es innerhalb der Stadtwehr Defizite bei der Löschwasserverfügbarkeit gibt. Im Brandschutzbedarfsplan wurden deshalb lange Wegstrecken und große wasserführende Fahrzeuge berücksichtigt, um dieses Manko zu kompensieren.

Trotzdem verweisen die Experten darauf, dass, wenn das Hydrantennetz an bestimmten Stellen nicht für Erstmaßnahmen ausreicht, müssen Zisternen oder Löschteiche geschaffen werden.

Fortschreibung

Abschließend empfehlen die Gutachter die Risikoanalyse und den Brandschutzbedarfsplan alle fünf Jahre fortzuschreiben.

VON HOLGER BENECKE

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