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Märchenpark-Kalkulation sieht höhere Eintrittspreise vor

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Von: Jens Heymann

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Figuren-Ensemble im Salzwedeler Märchenpark
Zauberhaft auf der einen Seite, aber andererseits an finanzielle Zwänge gebunden: Der Wirtschaftsplan 2023 des Salzwedeler Märchenparks sieht unter anderem eine Erhöhung der Eintrittspreise vor. © Heymann, Jens

Wie schön wäre doch die Kalkulation, wenn täglich so viele Menschenmassen in den Salzwedeler Märchenpark strömen würden wie am Wochenende des letztjährigen Weihnachtsfestes? Die Anlage an der Warthe war proppenvoll, und entsprechend dürfte auch der Umsatz ausgesehen haben.

Salzwedel – Doch in der Realität ist nicht jeder Tag Geburtstag – auch wenn der Märchenpark nebenbei erwähnt am 7. Mai seinen Zwanzigsten feiert – und so müssen die Stellschrauben so gedreht werden, damit das Ganze fest sitzt. Der Wirtschaftsplan der übergeordneten Freizeit- und Service-GmbH (FuS), der am Mittwoch zudem Thema in der Salzwedeler Stadtpolitik sein soll, gibt da bereits einige Antworten.

Der Umsatz soll steigen, die Kosten werden es leider auch. Unterm Strich bleibt der Märchenpark zwar ein touristisches Aushängeschild der Stadt, aber auch ein verlustreiches. Knapp 150 000 Euro werden laut Kalkulation aus dem Stadthaushalt benötigt.

Aber das wird den Besucher des Märchenparks wenig interessieren. Eher schon der um 1,50 Euro höher angesetzte Eintrittspreis. 7 statt 5,50 Euro für Kinder, 8,50 statt 7 Euro für Erwachsene für den Märchenpark stehen im Wirtschaftsplan 2023. Auch für die Spielscheune und die Kombikarte wird mit mehr gerechnet.

Einen kleinen Kniff erlaubt sich die Geschäftsführung der FuS: Statt der 5er-Karte soll es eine 3er-Karte geben. Die hat logischerweise weniger zeitlichen Umfang, kostet aber auch deutlich weniger – etwas Psychologie in unruhigen wirtschaftlichen Zeiten.

Auf der FuS-Kostenseite müssen höhere Mindestlöhne und deutlich teurere Energie-, Dienstleistungs- und Materialpreise berücksichtigt werden. Auch sollen die Lohnabstände innerhalb der Belegschaft bewahrt bleiben. Da die Anstiege von Mindestlohn und Eintritt fast identisch sind (1,55 zu 1,50 Euro), kann sich der Besucher immerhin damit trösten, dass sein bezahltes Geld zumindest theoretisch bei den Mitarbeitern landet.

Stichwort Besucher: Die sollen wieder so zahlreich wie in Nicht-Corona-Jahren erscheinen. Mit 78 000 wird für dieses Jahr gerechnet. Wäre jeden Tag Weihnachten, würde diese Zahl absolut kein Hindernis sein.

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