Stadtrat soll Grundsatzentscheidung fällen / Ideenpapier mit Fahrradstation

Salzwedel könnte Bahnhof kaufen und ausbauen

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Das Salzwedeler Bahnhofsgebäude wirkt trist. Die Stadt will eine Umgestaltung anschieben und dabei auf Fördermittel zurückgreifen. Zur Ideensammlung gehört auch das Gebäude der einstigen Transportpolizei, das abgerissen werden soll.

Salzwedel. In die Umgestaltungspläne für den Bahnhof Salzwedel kommt Bewegung. Beim Tourismusausschuss wurde einer Machbarkeitsstudie vorgestellt. Diese beinhaltet neben einer Bestandsaufnahme auch eine Vorzugvariante für einen möglichen Umbau.

„Dieses findet die Zustimmung der Oberbürgermeisterin“, betonte Marketingamtsleiter Olaf Meining gestern. Die Fraktionen können nun beraten, im Stadtrat soll dann eine grundsätzliche Entscheidung getroffen werden.

Denn es geht auch darum, ob die Stadt den Bahnhof und das Gebäude der einstigen Transportpolizei erwirbt. Mit beiden Eigentümern wurde bereits gesprochen. Genauso wie mit einem möglichen Mietinteressenten. „Dabei geht es um das Segment Reisebedarf“, so Olaf Meining.

Doch zunächst müsste kräftig saniert werden. Inklusive der Gestaltung von Außenflächen sowie einer Fahrradstation wären rund 3,5 Millionen Euro nötig. Zu den Ideen gehören zudem zusätzliche Parkmöglichkeiten hinter dem ehemaligen Gebäude der Transportpolizei. „In den Kosten ist die Einrichtung noch nicht inbegriffen. Denn die richtet sich ja auch nach den Mietern“, erklärte Olaf Meining.

Vom Plan, auch Wohnungen anzubieten, wurde Abstand genommen. Der Grund: Mögliche Lärmbelästigung durch Bahnhof und Bushaltestellen. Es könnten aber Zimmer eingerichtet werden, die von Radfahrern für eine Nacht genutzt werden. „Dafür müsste sich aber ein Betreiber finden“, nennt der Amtsleiter eine Voraussetzung.

Um die Sanierung zu realisieren, gilt es, Fördergelder in Anspruch zu nehmen. Voraussetzung ist aber eine grundsätzliche Entscheidung des Stadtrates, die nach Vorschlag der Verwaltung nicht auf die lange Bank geschoben werden sollte. Die Studie umfasst auch eine Untersuchung der Wirtschaftlichkeit. Für das Bahnhofsgebäude wären in Sachen Unterhalt pro Jahr etwa 44 000 Euro nötig. Dies könnte mit Mieteinnahmen von etwa 50 000 Euro aufgefangen werden. Es wird von Einzelhandelsflächen (6,50 Euro pro Quadratmeter), Ladenflächen (5,50 Euro) und Büroflächen (8 Euro) ausgegangen.

Die Fahrradstation, die als Unterstellmöglichkeit gilt, wird extra berechnet. Die Instandhaltung soll jährlich 11 275 Euro kosten. Über Vermietung ließen sich laut Einschätzung der Fachleute 11 232 Euro einnehmen. Bliebe ein Fehlbetrag von 43 Euro, der von der Einheitsgemeinde getragen werden müsste.

Von Christian Ziems

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