Doris Gensch: „Wir sind gut belegt“ / Weiterhin Verlustgeschäft

Salzwedel: Kita-Eigenbetrieb zieht positive Zwischenbilanz

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Kein Mangel an Kindern in Salzwedel – die Einrichtungen des städtischen Kita-Eigenbetriebs (abgebildet: das Kinder-Eltern-Zentrum) sind ausgelastet.

Salzwedel – In einer Zwischenbilanz sieht Kita-Eigenbetriebsleiterin Doris Gensch ihre Einrichtungen gut aufgestellt. „Wir sind gut belegt“, fasste sie jüngst im zuständigen Ausschuss vor den Abgeordneten zusammen.

Auch die Zahlen wie Einnahmen und Ausgaben würden passen, sich also an den im Vorfeld aufgestellten Planzielen orientieren.

Die gute Belegung kommt durch die stabile Fortpflanzung der heimischen Bevölkerung zustande. Denn die düstere Bevölkerungsprognose, mit der vor einigen Jahren noch gerechnet wurde, scheint nun doch nicht so stark einzutreten.

Bürgermeisterin Sabine Blümel fragte daher gleich einmal nach: „Müssen wir irgendwann an- oder neubauen?“ Dies verneinte Doris Gensch – die Prognose für die Krippenkinder liege mit 225 Babys leicht unter dem Niveau der Vorjahre (rund 230). „Es droht kein Engpass“, so die Betriebsleiterin vor dem Ausschuss (siehe Infokasten).

Ein Engpass der kuriosen Art erlebt der Eigenbetrieb dabei selbst. Eine Stelle in der Kernverwaltung musste bereits mehrfach neu besetzt werden, weil die jeweilige Angestellte schwanger wurde, berichtete Gensch mit einem Schmunzeln. Der Stuhl, auf dem die Frauen saßen, habe daher schon seinen fruchtbaren Ruf weg, meinte sie unter Lachen der Anwesenden.

Der Ausschuss beschloss außerdem das Jahr 2018. Die Kinderbetreuung bleibt dabei ein Zuschussgeschäft. Der Jahresverlust des Eigenbetriebs beträgt rund 2,15 Millionen Euro. Einnahmen von 5,74 Millionen Euro stehen Ausgaben von 7,89 Millionen Euro gegenüber.

Außerdem wurde positiv über das Ändern der Betriebssatzung entschieden. Neben formalen Anpassungen steht darin nun unter anderem, dass der Betriebsleiter nur noch auf fünf statt acht Jahre bestellt wird. Das sei zeitgemäßer, so Doris Gensch. Dies könne sich stillschweigend um zwei Jahre verlängern. Außerdem darf der Ausschuss keine Elternbeiträge mehr festlegen sowie Grundstücke veräußern oder erwerben. Auch der Wirtschaftsprüfer wird künftig nicht mehr durch dieses Gremium benannt, sondern lediglich vorgeschlagen.

VON JENS HEYMANN

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