Keine städtische Regelung für Freigänger

Salzwedel: Katzenkastration bleibt Haltersache – und wird nicht zur Pflicht

Eine Katze liegt in einem Korb im Katzenhaus des Salzwedeler Tierschutzvereins „Pfotenhilfe“.
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Das Kastrieren von Katzen soll Sache der Halter bzw. Tierheime bleiben. Eine Pflicht wird abgelehnt.
  • Jens Heymann
    vonJens Heymann
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Katzenhalter bleiben selbst für die Kastration ihrer Freigänger verantwortlich. Eine durch die AfD-Fraktion beworbene Pflicht durch eine entsprechende Verordnung fand weder bei den anderen Stadträten eine Mehrheit noch bei der Verwaltung ein positives Echo.

Salzwedel – Bürgeramtsleiter Andreas Hensel erläuterte im Verkehrsausschuss die Sachlage aus Sicht der Stadt. Es könnte zwar eine rechtliche saubere Verordnung erstellt werden, aber es ergäben sich praktische Probleme, vor allem die der Kontrolle. „Wir können es nicht kontrollieren“, so Hensel. Er und Bürgermeisterin Sabine Blümel wiesen zudem darauf hin, dass das Erkennen von kastrierten und nicht kastrierten Katzen schwierig sein würde. „Wir würden eine Sachbeschädigung begehen“, erklärte Blümel das Szenario, fälschlicherweise eine Zuchtkatze unfruchtbar zu machen.

Die AfD-Fraktion um Ausschussmitglied Roland Karsch hatte in vorangegangenen Sitzungen auf andere Kommunen verwiesen, so Gardelegen oder weiter weg Zerbst und Bad Dürrenberg. Auch nun pochte Karsch auf eine Umsetzung: „Gardelegen macht uns das vor.“ Dort habe es die Verwaltung von sich aus geschafft, nicht irgendeine Partei. Der AfD-Politiker appellierte an seine Gremiumskollegen, eine ähnliche rechtliche Grundlage in Salzwedel zu schaffen – letztlich aber ohne Erfolg.

Eine Kastrationspflicht sei auch in der südlichen Stadt des Altmarkkreises nicht beschlossen worden, sondern lediglich ein Kennzeichnungszwang, führte Hensel weiter aus. Die beiden genannten südlicheren Städte in Sachsen-Anhalt hätten die Sache über die Gefahrenabwehrverordnung geregelt. Katzenkastration sei jedoch eher eine Vorsorge, so Hensel. Daher stünde in erster Linie der Katzenhalter in der Verantwortung, ergänzte Bürgermeisterin Blümel. Gleichwohl wolle die Stadtverwaltung entsprechenden Tierschutzvereinen beim Stellen von Fördermittelanträgen helfen. „Wir verschließen nicht die Augen“, meinte Andreas Hensel.

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