Gegendemonstranten in Überzahl

Salzwedel: Handgreiflichkeiten bei AfD-Kundgebung vor dem Kulturhaus

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Bis zu 350 Demonstranten hatten gegenüber dem Kulturhaus Position bezogen. Laute Sprechchöre schallten von dort herüber.
  • Holger Benecke
    vonHolger Benecke
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  • Arno Zähringer
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40 bis 50 Anhänger sind am Donnerstagabend zur AfD-Kundgebung vor dem Salzwedeler Kulturhaus gekommen. Etwa 300 bis 350 Demonstranten, darunter Vertreter der Linken, Grünen und SPD, machten mit Sprechchören, Trillerpfeifen oder Sirenen auf sich aufmerksam, sodass es manchem Redner schwerfiel, sich Gehör zu verschaffen.

Die AfD-Landtagskandidaten Thomas Korell (l.) und Hanns-Michael Kochanowski aus dem Altmarkkreis.

Salzwedel - AfD-Kreisvorsitzender Sebastian Koch beklagte, dass „kaum ein Bürger zum Veranstaltungsgelände kommen konnte“. Gegendemonstranten hätten ihnen den Zugang verwehrt. Auf die Sprechchöre reagierten manche AfD-Sympathisanten mit dem Stinkefinger oder machten ihrem Ärger damit Luft, es sei eine Frechheit, was diese Chaoten machten.

Mit 200 Beamten war die Polizei vor Ort. Nach einer Rangelei mit den Ordnungshütern wurde ein Gegendemonstrant kurzfristig in Gewahrsam genommen.

Insgesamt verlief die Veranstaltung, bei der die AfD mit verschiedenen Rednern noch einmal Werbung für die Wahl am 6. Juni machen wollte, friedlich. Es kam lediglich zu Handgreiflichkeiten zwischen Polizei und Demonstranten. Einer von ihnen wurde kurzzeitig in Gewahrsam genommen, weil er sich den Maßnahmen der Polizei widersetzt hatte. Nach Feststellung der Personalien wurde er freigelassen, sagte Polizeisprecher Dirk Marscheider. Die Polizei war mit etwa 200 Leuten im Einsatz und „hatte alles im Griff“. Einige Störer seien aus dem Wendland gekommen und hätten die verbale Auseinandersetzung gesucht.

Das Ordnungsamt achtete auf die Dezibelzahl – 85 waren erlaubt, ein AfD-Redner brachte es auf 97.

Angesichts der Wahlprognosen, die der AfD 26 Prozent der Stimmen bescheinigen, setzt die Partei am 6. Juni auf ein „blaues Wunder“.

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