Schädlingsbekämpfer Thomas Beuter legt Köder in der Baumkuchenstadt aus

Salzwedel: Es geht den Ratten an den Kragen

Im Kampf gegen die Ratten öffneten Mitarbeiter des VKWA allein am Mittwoch über 25 Abwasserschächte im Salzwedeler Stadtgebiet.
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Im Kampf gegen die Ratten öffneten Mitarbeiter des VKWA allein am Mittwoch über 25 Abwasserschächte im Salzwedeler Stadtgebiet.
  • VonPaul William Hiersche
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Salzwedel – Die Baumkuchenstadt ist für Ratten ein guter Platz zum Leben, so scheint es jedenfalls. Flüsse und feuchte Regionen in Salzwedel sind für die Nager ein Paradies.

Schädlingsbekämpfer Thomas Beuter (Foto) aus Peertz legt in dieser Woche in Salzwedel Rattenköder aus.

Besonders betroffen: die Altstadt und Gebiete, wo viele Menschen auf einem Fleck wohnen – etwa in Wohnblöcken. Damit die Population der Ratten nicht explosionsartig in die Höhe schießt, legt Schädlingsbekämpfer Thomas Beuter aus dem Beetzendorfer Ortsteil Peertz derzeit in der Hansestadt Köder aus – eine Aktion der Stadt, der beiden Großvermieter Wohnungsbaugesellschaft und -genossenschaft sowie des Verbandes Kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (VKWA).

Mit reichlich Ködern ausgestattet macht sich Schädlingsbekämpfer Thomas Beuter ans Werk.

Am Mittwoch hat Thomas Beuter an der Uelzener Straße seine Arbeit aufgenommen. In den kommenden Tagen arbeitet er sich bis zur Altstadt vor. „Die Ratten fressen das, was wir Menschen in die Kanalisation spülen“, erklärt Beuter. Besonders kritisiert er Bewohner, die aus Bequemlichkeit ihre Essensreste einfach das Klo herunterspülen. Dadurch würden die Nager immer Nahrung zum Überleben finden. „Teilweise bauen sich die Tiere ihre Nester in Waschküchen und laufen zum Fressen auf dem schnellsten Weg in die Kanalisation“, so der Schädlingsbekämpfer weiter. Auch die großen Mülltonnen seien für die Ratten eine gute Anlaufstelle. Diese haben an den Seiten Abläufe für Regenwasser, durch diese kriechen die Schadnager hindurch.

In jedem Abwasserschacht wird ein Köder ausgelegt. Fressen die Nager diesen, sterben sie nach einiger Zeit, und die Population der Ratten wird geschwächt.

Am Mittwoch wurden über 25 Abwasserschächte geöffnet und mehrere Köder ausgelegt. „Wenn die Ratten diese angeknabbert haben, sterben sie nach einigen Tagen“, sagt Beuter. Im Jahr 2008 habe er an 400 Stellen in Salzwedel Köder ausgelegt, erinnert sich der Peertzer. Alle zwei Jahre muss diese Aktion wiederholt werden. Denn nicht alle Nager werden erwischt. „Zudem sprechen wir hier von sogenannten Wanderratten“, schildert Beuter. Heißt im Klartext: Auch wenn alle Ratten in der Stadt tot wären, kämen wieder neue von woanders zugewandert.

VON PAUL WILLIAM HIERSCHE

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