Salzwedel: Neue Satzung für Feuerwehren

Mehr Geld für mehr Motivation

Feuerwehr Einsatz Brietz
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Wenn es qualmt, sind sie gefragt: Atemschutzgeräteträger – hier bei einem Einsatz in Brietz 2020.
  • Jens Heymann
    vonJens Heymann
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Die Brandschützer der Einheitsgemeinde Salzwedel sollen ihre eigene Entschädigungssatzung bekommen. Was nach reiner Bürokratie klingt, bedeutet aber auch mehr Geld für den Einsatz der Ehrenamtlichen. Und das sogar rückwirkend zum 1. Januar 2020.

Salzwedel - Etwa 55 000 Euro (plus einmalig 11 500 Euro) mehr pro Jahr will die Stadt Salzwedel künftig für die Truppe bezahlen (Details siehe Infokasten). Zusätzliche Mittel fließen dabei auch erstmals in die Ausbildung – wer sich aus- bzw. weiterbildet und so die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr aufrechterhält, bekommt dafür Geld, quasi als Motivationshilfe. Für die Stadt steckt Kalkül dahinter, um dem chronischen Mangel an Führungskräften und Atemschutzgeräteträgern entgegenzuwirken. Dies ist nämlich eine bittere Erkenntnis aus der großen Feuerwehranalyse (Brandschutzbedarfsplan), die seinerzeit auch unter Stadträten für Erstaunen gesorgt hatte.

Um die bisherige Entschädigungssatzung nicht zu überfrachten, sind die Feuerwehrsätze von denen für Stadträte, Ortsbürgermeister, Beauftragte usw. getrennt worden. Müssen sie nämlich geändert werden, könne dies unabhängig und damit einfacher geschehen, begründet Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel den Schritt. Die Verwaltung habe für die seit einiger Zeit geforderte Anpassung der Entschädigungssätze allerdings ihre Zeit gebraucht. „Wir haben alles genau betrachtet“, so Blümel kürzlich im Fachausschuss. Scheinbar so genau, dass es keine Nachfragen der Abgeordneten gab. Derselbe Ausschuss tagt übrigens heute Abend erneut – möglich, dass es doch Fragen gibt.

  • Durch die neue Feuerwehrsatzung ergeben sich für die Hansestadt Salzwedel jährliche Mehrausgaben in Höhe von rund 55 000 Euro.
  • • Funktionen:
  • Etwa 24 500 Euro mehr gibt die Stadt an Führungskräfte. Das schließt beispielsweise Wehrleiter, Gruppenführer und Jugendwarte mit ein.
  • • Einsätze:
  • Das Einsatzgeld wird von 10 auf 15 Euro erhöht, rückwirkend zum 1. Januar 2020. Das entspricht Mehrkosten von 12 500 Euro plus einmalig 11 500 Euro.
  • • Ausbildung & Bereitschaft:
  • Dafür müssen etwa 17 300 Euro jährlich mehr einkalkuliert werden.

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