5,5 Kilo Cannabis für 16 000 Euro / Angeklagter mit dickem Vorstrafenregister

Drogenkäufer in Fesseln

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Salzwedel. Im Dezember 2011 saßen der Lüdelsener „Anlagenberater“, wie er sich damals nannte, und seine Frau wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz auf der Anklagebank des Salzwedeler Amtsgerichts (wir berichteten).

Gestern musste sich der Abnehmer der Drogen, konkret kiloweise Marihuana, vor Gericht verantworten.

Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, zwischen Dezember 2010 und Juni 2011 insgesamt 5,5 Kilo Cannabis gekauft zu haben. Zu den Vorwürfen sagte der gebürtige Hamburger selbst nichts. Der 51-Jährige ließ seine Anwältin sprechen: „Mein Mandant bestreitet alles vehement.“

Deshalb musste der damalige Züchter der Pflanzen aussagen. Er beschuldigte den Angeklagten ohne Ausbildung, mindestens zwei Mal von ihm Drogen im Wert von 16 000 Euro gekauft zu haben. Doch sehr glaubwürdig waren seine Aussagen nicht: In Minuten-Abständen antwortete der 52-jährige Lüdelsener: „Weiß ich nicht mehr“ oder „Keine Ahnung, das ist zu lange her.“

Dennoch fügte sich das Puzzle so langsam zusammen und nach mehreren Unterbrechungen für Rechtsgespräche legte der Abnehmer der Drogen ein umfassendes Geständnis ab.

Dies kam ihm letztenlich zugute: Mit zwei Jahren Freiheitsstrafe, welche auf drei Jahre Bewährungszeit ausgesetzt wurden, kam der Hamburger noch gut weg. Denn mit 19 Vorstrafen (unter anderem Diebstahl, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, Fahren ohne Fahrerlaubnis), die der 51-Jährige seit 1982 sammelt, ist er kein unbeschriebenes Blatt.

Der Vater eines Sohnes, der mit Fuß- und Handfesseln in den Gerichtssaal geführt wurde, war nach dem Urteil ein freier Mann. Seit Februar saß er in der Magdeburger Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft. Besonders seine mitgereiste Lebensgefährtin freute sich über das Urteil. Mit Tränen in den Augen sprang sie ihrem Partner in die Arme. Vier Monate lang sah sie ihn nur durch Gitterstäbe.

Von Steffen Koller

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