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Salzwedel dreht an den Parkgebühren

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Von: Lydia Zahn

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Die Gebührenordnung für das kostenpflichtige Parken soll sich ändern. Direkt davon betroffen ist die Parkdauer, indirekt aber auch der Preis. Denn mit der Änderung muss um eine halbe Stunde verlängert werden. Was sich nicht verändert, ist grün markiert, was sich ändert rosa. © Zahn, Lydia

Die Gebührenordnung für das kostenpflichtige Parken in der Innenstadt sei seit ihrem Beschluss 2017 nicht mehr geändert worden. Das soll sich nun aber ändern und der Verkehrsausschuss über Neuerungen abstimmen.

Salzwedel – Mit dem Auto in die Innenstadt. Das ist meist eine nicht so gute Idee, denn wird nach langer Suche endlich ein freier Parkplatz gefunden, muss dieser bezahlt werden. Zwar gibt es in der Hansestadt genügend kostenlose Parkmöglichkeiten, die nicht allzu weit von der Innenstadt entfernt liegen, aber manchmal muss es eben schnell gehen und dicht dran sein. Dass die Tarife für Parkgebühren nun geändert werden sollen, ist Thema im nächsten Verkehrsausschuss kommende Woche.

Die Gebührenordnung für das kostenpflichtige Parken in Salzwedel hatte der Stadtrat 2017 beschlossen. Seitdem habe sich daran nichts mehr verändert. Und auch mit der nun angestrebten Anpassung sollen die Preise nicht erhöht werden. Ziel sei die Veränderung der Höchstparkzeiten und die damit verbundene Vereinfachung der akzeptierten Münzstücke und Bedienung. Die Höchstparkdauer soll an allen acht Automaten in der Innenstadt einheitlich 120 Minuten betragen. Ausgenommen von dieser Regelung ist der Nicolaiplatz; dort sollen weiterhin 180 Minuten möglich sein sowie zusätzlich ein Tagesticket angeboten werden.

Wirft man nun einen Blick auf die Neufassung der Höchstparkdauerzeiten und Parkgebührentarife wirkt es auf den ersten Blick so, als würde es teurer werden. Auf den zweiten Blick wird klar, dass der Grundtarif gleich bleibt, da lediglich die Zeit angehoben wird. Doch auf den dritten Blick kommt der Gedanke auf, dass der zweite Blick täuscht, denn es kann durchaus teurer für den Parkenden werden.

Als Beispiel: 120 Minuten kosten zwei Euro, das haben sie vorher auch schon. Alle weiteren angefangenen 30 Minuten kosten jeweils 50 Cent. Vorher haben alle weiteren 15 Minuten 25 Cent gekostet – im Grunde also immer noch das Gleiche. Doch nun muss um 30 Minuten verlängert und damit also die 50 Cent gezahlt werden, selbst wenn keine 30 Minuten benötigt werden. Angenommen 15 Minuten würden ausreichen, dann müssen trotzdem die vollen 30 Minuten ausgewählt und bezahlt werden. Klingt erst mal nicht viel, was sind schon 25 Cent. Doch auch Kleinvieh macht Mist.

Der Grundgedanke ergibt Sinn, so hat nicht jeder immer passendes Kleingeld griffbereit – wohl eher 50 als 25 Cent. Dennoch wird man so nun gezwungen, doppelt so viel Zeit zu buchen, obwohl es vielleicht gar nicht nötig gewesen wäre. Zudem spricht das gegen den eigentlichen Hintergrund des kostenpflichtigen Parkens. „Ziel und Grundlage der Erhebung von Parkgebühren war in der Vergangenheit und muss es auch künftig bleiben, knappen Parkraum durch möglichst häufiges ,Wechseln‘ einem möglichst großen Kreis von parkwilligen Fahrzeugführern zugänglich zu halten und damit den Parksuchverkehr auf ein Mindestmaß zu reduzieren“, heißt es vonseiten der Stadt. Doch wenn man nun gezwungen ist, länger zu parken, widerspricht das dem häufigen „Wechseln“. Schließlich stehen die Autos dadurch länger. Bestes Beispiel ist das Tagesticket für den Nicolaiplatz.

Parkplatzübersicht

Insgesamt hat die Salzwedeler Innenstadt 2292 Parkplätze (PP) zu bieten. Davon sind:

• 162 PP gebührenpflichtig

• 155 PP mit Parkscheibe

• 1593 PP kostenfrei / unbegrenzt

• 262 PP Supermarkt / privat

• 120 PP am Bahnhof (zehn Minuten Fußweg bis zur Innenstadt)

• Acht Parkscheinautomaten gibt es in der Innenstadt

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