Innenminister zieht Bilanz

Politisch motivierte Kriminalität: Salzwedel ist ein Brennpunkt 

+
Innenminister Holger Stahlknecht (r.) und Referent Mirko Schnorrer präsentierten die Straftatenbilanz.

Magdeburg – Die Altmark ist nicht mehr Schwerpunkt der politischen Kriminalität in Sachsen-Anhalt. Mit 98 Straftaten je 100 000 Einwohner rangierte der Altmarkkreis Salzwedel 2018 in diesem Bereich auf Platz 5, der Landkreis Stendal auf Platz 7 (79).

Landesweit beträgt die Quote 83. Eine Ausnahme bildet die Hansestadt Salzwedel.

Der Landessüden schnitt deutlich schlechter ab. Eine Ursache seien die Ereignisse in Köthen, sagte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Landesweit sank die Anzahl politisch motivierter Straftaten deutlich um 485 auf 1846 registrierte Delikte. Die Aufklärungsquote stieg von rund 40 auf fast 50 Prozent.

Mit 72 Prozent machen rechtsextremistisch motivierte Straftaten weiterhin den Löwenanteil der politisch motivierten Kriminalität aus. „Rechtsradikale sind dumpfe und dumme Menschen“, fand Stahlknecht deutliche Worte zu den gestiegenen fremdenfeindlichen und antisemitischen Straftaten. Insgesamt sanken rechtsmotivierte Delikte im Vergleich zum Vorjahr um 140 auf 1461 Taten (- 8,7 Prozent).

Noch deutlicher war ein Rückgang im linksmotivierten Bereich zu verzeichnen. Hier weist die Statistik 2018 insgesamt 280 Delikte aus, 118 weniger als 2017 (- 29,6 Prozent). Auch hier fällt die regionale Bilanz differenziert aus. Mit 32 Straftaten je 100 000 Einwohnern verzeichnet der Altmarkkreis Salzwedel nach Magdeburg (40) die landesweit zweithöchste Kriminalitätsbelastung bei linksextremistisch motivierten Straftaten (Landesdurchschnitt 13). Brennpunkt hiefür sei die Hansestadt Salzwedel. Die überwiegende Anzahl der Straftaten (meist Sachbeschädigungen) wurden im Zusammenhang mit Demonstrationen registriert. Die Nähe zum traditionellen Proteststandort Gorleben spiele hier eine Rolle, sagte Landespolizeichef Albert Grebe. Das Autonome Zentrum „Kim Hubert“ sei kein Kriminalitätsschwerpunkt, stellte er klar.

Im rechtsextremistischen Bereich liegt der Altmarkkreis mit 55 Straftaten je 100 000 Einwohner landesweit im Mittelfeld. Im Landkreis Stendal erreicht die Kriminalitätsbelastung hier mit 59 Straftaten je 100 000 Einwohner genau den Landesdurchschnittswert. Dagegen ist die Belastung durch linksextremistische Straftaten in der östlichen Altmark mit sechs je 100 000 Einwohner nur halb so hoch, wie im Landestrend.

VON CHRISTIAN WOHLT

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare