Verkehrsausschuss diskutierte Bedarfsplan und Haushalt

Salzwedel: Blechgaragen für die Wehr

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Rockenthin: Aus der Vogelperspektive sind die großen Waldgebiete gut erkennbar. Deshalb riet Stadtrat Renee Sensenschmidt, für die Feuerwehr ein wasserführendes Fahrzeug anzuschaffen.

Salzwedel – Der Brandschutzbedarfsplan der Hansestadt wurde am Dienstag im Verkehrsausschuss zusammen mit dem Haushaltsentwurf 2020 diskutiert. Und warf Fragen auf. Am Neubau eines Feuerwehrgerätehauses im Raum Gerstedt gab es nichts zu kritisieren.

Wohl aber an einer Doppelgarage (55 000 Euro) für die Feuerwehr Tylsen. Wozu und wohin?, wollte Vize-Stadtratsvorsitzender Renee Sensenschmidt (Freie Liste) wissen.

Die Risikoanalyse stuft das Gerätehaus der Tylsener Löschstaffel in die Kategorie 4 ein. Heißt: Insbesondere aufgrund sicherheitstechnischer Mängel nicht mehr nutzbar. Deshalb riet Sensenschmidt, das für Tylsen geplante Containergeld gleich in den Gerstedter Stützpunkt zu stecken. Zudem sieht der Stadtrat auch keinen Platz für die beiden Container am zwischen zwei Grundstücken eingezwängten Tylsener Gerätehaus.

Die Überlegungen des Vize-Stadtratsvorsitzenden brachten die Bürgermeisterin auf den Plan. Sie habe damit gerechnet, und es habe nichts damit zu tun, dass sie aus Tylsen komme. „Es wird keine Feuerwehr geschlossen, weil wir jeden Mann brauchen“, stellte Sabine Blümel voran. Die Löschgruppe Tylsen solle anfang des Jahres wieder eine selbstständige Ortsfeuerwehr werden, sprach Blümel von personellem Zuwachs, der sich gemeldet habe.

Tylsen sei eine einsatzstarke Löschgruppe, die aber überhaupt nicht einsatzfähig sei, weil sie nur einen Tragkraftspritzenanhänger und kein Fahrzeug besitze, kommentierte Bürgeramtsleiter Andreas Hensel. Doch der Kauf eines Feuerwehrfahrzeugs ist für Tylsen im Haushalt nicht vorgesehen – lediglich das Anschaffen der beiden Container im nächsten Jahr. Und diese, so erläuterte Blümel, sollen dann nicht am Feuerwehrhaus, sondern am Dorfstall aufgestellt worden. Dort existiert mit der sogenannten Dungplatte auch ein Fundament.

Die Containerfrage trieb auch Frank Wüstemann (Land bis Stadt und Bürgermeister von Langenapel) auf den Plan. Auch an seinem Feuerwehrhaus besteht Bedarf und mit Blechcontainern will er sich nicht anfreunden. Blümel versprach eine individuelle Anpassung: „Ausschließlich Tylsen bekommt eine Blechgarage.“ Und: Das für Langenapel für 250 000 Euro im Haushalt eingestellte Tanklöschfahrzeug wurde nicht gekauft und findet im nächsten Haushaltsentwurf nicht mehr statt.

Apropos Tanklöschfahrzeug: Die Feuerwehr Rockenthin soll im nächsten Jahr für 120 000 Euro ein neues Feuerwehrauto bekommen. Dringend notwendig, denn das derzeitige Einsatzfahrzeug stammt von 1968 und müsste laut Bürgermeisterin Blümel „eigentlich ein H-Kennzeichen tragen“. So berichtete sie, dass die Rockentiner Kameraden zum Beseitigen einer Ölspur ausgerückt seien und dabei von der Polizei verfolgt wurden, weil sie selbst eine Ölspur hinter ihrem Einsatzfahrzeug hinterhergezogen haben.

Auch dort hakte Renee Sensenschmidt nach. Vorgesehen ist ein Wagen, auf dem neben Ausrüstung eine Tragkraftspritze transportiert wird. Der Stadtrat riet aber mit Blick auf die umliegenden großen Waldgebiete bei Rockenthin dazu, ein größeres, wasserführendes Fahrzeug für die Wehr anzuschaffen. Bürgeramtsleiter Andreas Hensel sprach sich von Verwaltungsseite dagegen aus.

VON HOLGER BENECKE

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