Verbindung umgeleitet

Salzwedel: Reisende warten vergeblich auf Zug

  • VonThomas Mitzlaff
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Salzwedel. Böse Überraschung für Zugreisende, die Freitagmorgen auf dem Salzwedeler Bahnhof auf die einzige Direktverbindung nach Berlin, den Eurocity Wawel, warteten: Der Fernzug wurde kurzfristig von Uelzen über Hannover umgeleitet und fuhr die Baumkuchenstadt nicht an.

Grund war ein zuvor liegengebliebener Regionalexpress bei Stederdorf im Landkreis Uelzen. Und da die so genannte Amerikalinie in diesem Streckenabschnitt lediglich eingleisig ist, kam kein anderer Zug an dem Hindernis vorbei.

Reisende an den diversen Bahnhöfen zwischen Uelzen und Stendal bekamen in der Folgezeit die Schattenseiten der Zentralisierung bei der Deutschen Bahn zu spüren: Da es vor Ort keine Ansprechpartner mehr gibt und auch der Fahrkartenschalter in Salzwedel nur von einer externen Agentur betrieben wird, war es kaum möglich, an Informationen zu gelangen, wie denn nun die Weiterreise von statten gehen soll.

„Da fühlt man sich verraten und verkauft“, schilderte ein Reisender seine Empfindungen. „In vielen Bahnhöfen stehen Notruf- und Infosäulen, an denen man auf Knopfdruck einen Ansprechpartner bekommt“, sagt dazu Bahnsprecherin Sabine Brunkhorst. Fahrgästen empfiehlt sie außerdem, die zentrale Servicenummer 01806 / 996 633 ins Handy einzuspeichern, dort bekomme man ebenfalls Auskunft. Doch wenn eine Strecke blockiert ist, bleibt längere Zeit ungewiss, wie der Notfallplan aussieht.

„Einen Schienenersatzverkehr mit Bussen auf die Beine zu stellen, dauert eine gewisse Zeit“, schildert Brunkhorst. Schließlich seien in den Morgenstunden die meisten Busunternehmer durch Linien- und Schülerverkehr voll ausgelastet. Der bei Stederdorf liegen gebliebene Zug konnte schließlich nach 50 Minuten aus eigener Kraft weiterfahren. Und der EC Wawel verkehrt auch am Samstag nicht – wegen Bauarbeiten an der Strecke bei Kläden (Kreis Stendal).

Von Thomas Mitzlaff

Rubriklistenbild: © dpa

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