Rentnerin beschuldigt 64-Jährigen des Betrugs

Autokauf in Salzwedel endet vor Richter

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  • vonLydia Zahn
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Salzwedel – Im Salzwedeler Amtsgericht musste sich jüngst ein 64-Jähriger verantworten. Dem Angeklagten wird Betrug vorgeworfen. Ohne Urteil endete der erste Verhandlungstermin. Der Prozess soll am Mittwoch, 23. Dezember, fortgesetzt werden.

Was war geschehen: Ende 2018, Anfang 2019 hatte eine 66-Jährige im Autohaus des Angeklagten einen Smart gekauft. Dieser hätte einen übermäßigen Öl-Verbrauch, und der Motor sei immer wieder ohne Grund ausgegangen, weshalb die Rentnerin das Fahrzeug zurückgeben wollte. Der Angeklagte wollte dieses aber nicht zurücknehmen. Die Dame zog vor Gericht und bekam Recht. Das Urteil habe sie jedoch nicht vollstrecken lassen können, da der Besitzer des Autohauses gewechselt hatte.

Nun saßen die beiden erneut vor Gericht. Der Beschuldigte war sich sicher, er habe nichts von einem zu hohen Öl-Verbrauch gewusst. Um Licht ins Dunkel zu bringen, wurde die Vorbesitzerin – von der der Angeklagte vor Jahren das Auto erworben hatte – auf dem Zeugenstuhl befragt. „Nach dem zweiten oder dritten Tanken musste man das Öl nachfüllen. Das ist bei solchen Autos aber so“, erklärte sie dem Richter und der Staatsanwältin. Eine Tankfüllung hätte für knapp 800 bis 900 Kilometer gereicht. Ob die Zeugin das mit dem Öl-Verbrauch beim Autoverkauf erzählt hatte, konnte nicht beantwortet werden. „Mein Mann hat das Verkaufsgespräch geführt, ich war nicht dabei. Ich weiß es also nicht“, erklärte sie. Das Problem der Rentnerin, dass der Motor einfach ausgeht, kannte sie wohl nicht.

Als weiterer Zeuge wurde der Lebenspartner der 66-Jährigen befragt. Dessen Antworten deckten sich mit denen seiner Partnerin. Jedoch schwangen bei seinen Aussagen immer wieder Beleidigungen gegen den Angeklagten mit. „Der Mann lügt doch, sobald er den Mund aufmacht“, empörte er sich. Das brachte den Fall nicht weiter voran.

Um herauszufinden, ob der Angeklagte bewusst wichtige Informationen zurückgehalten hat, soll der Mann der Vorbesitzerin am 23. Dezember befragt werden. „Wenn der Zeuge sagt: ,Das habe ich nicht gesagt.’, wird es zu einem Freispruch kommen“, prognostizierte Richter und Amtsgerichtsdirektor Dr. Klaus Hüttermann.

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