Auch Heiligabend für die Kunden da

Direkt an der B 190: Während die Menschen feiern, stand Mario Lüth in der Tankstelle

Mario Lüth hinter der Scheibe als Weihnachtsmann – Marc Schramm freute sich, dass die Tanke offen ist.
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Mario Lüth hinter der Scheibe als Weihnachtsmann – Marc Schramm freute sich, dass die Tanke offen ist.
  • Detlef Güssefeld
    vonDetlef Güssefeld
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Der Tag kommt zur Ruhe, aber alles ruht nicht. Wichtige Betriebe und Einrichtungen sind offen. Es gibt Männer und Frauen, die auch an den Festtagen ihren Job machen müssen.

Altmark – Pflegekräfte, Ärzte, Polizei, Feuerwehr – und weniger spektakulär, aber auch im Dienste der Allgemeinheit traf es Mario Lüth in diesem Jahr. Heiligabend tat er Dienst in der Tank- und Raststätte Arendsee, direkt an der B 190.

Als die AZ ihn besuchte, da war noch einiges los. Marc Schramm holte sich noch Zigaretten – ein nettes Wort mit Mario Lüth – und dann ging er wieder. Auch Altenpfleger Frank Krakow kommt vorbei, kauft schnell noch einiges ein. „Ich muss auch Weihnachten arbeiten, habe aber dann dafür Silvester frei“, sagt er. Und hat keinen Zweifel daran, dass es notwendig ist. Die Kranken und Alten müssen auch an Festtagen betreut und gepflegt werden, ob stationär oder ambulant.

„Man sieht, hier ist immer was los“, sagt Mario Lüth. Zigaretten, mal eine Flasche Wein, Bouletten und Schnitzel mit Brötchen – alles für außer Haus. Denn drinnen darf niemand etwas verzehren, die Glücksspielautomaten müssen auch noch warten, bis sie ihre Gewinne an die Spieler ausschütten können – oder ihnen das Geld wieder abnehmen.

Zu Hause wird noch ein wenig gefeiert

Trucker sind über Weihnachten kaum dort – sie sind natürlich alle zu Hause. „Unser Chef hat sich dennoch dazu entschieden, die Tankstelle weiterhin 24 Stunden zu öffnen“, erzählt Mario Lüth. Es gebe eine große Stammkundschaft, und die könne sich darauf verlassen, mit Treibstoff und Dingen aus dem Shop versorgt zu werden. Die Preise an den Zapfsäulen sind Heiligabend moderat. Alle wissen, dass es im kommenden Jahr Preiserhöhungen gibt. CO2-Abgabe nennt es sich dieses Mal. In Gedanken geht der AZ-Redakteur der Frage nach, woher die Milliarden Euro später kommen sollen, die bislang so einfach durch Benzin und Diesel in die Staatskasse fließen – was, wenn es aber nur noch E-Autos geben soll? Das soll an diesem Heiligen Abend aber nicht das Thema sein. Mario Lüth, inzwischen 48 Jahre alt, freut sich nach seinem Dienst auf sein Zuhause, auf seine Lebensgefährtin. „Ja, ich bin gegen 22.45 Uhr zu Hause, da wird noch ein wenig gefeiert“, sagt er. Und verweist noch auf seine Kollegin Angelika Geyer, die ihn später in der Tanke ablöst. Sie wartet auf die Nachtschwärmer, die noch etwas brauchen. Denn alle Läden in der Nähe sind zu.

Die Erweiterung der Tank- und Raststätte ist vom Chef Alfred Landsberg lange geplant. Und so wird die Einrichtung an der B 190 auch in Zukunft Bestand haben. Und auch an den nächsten Feiertagen geöffnet sein. Zur Freude der Kunden.

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