Wegen Nachbarschaftsstreit zu 600 Euro Strafe verurteilt

Salzwedel: 51-Jähriger verfolgt Drohne seiner Nachbarin mit Luftgewehr

Salzwedel – Ein 51-Jähriger aus einem Salzwedeler Ortsteil hat unerlaubt mit einem Luftgewehr öffentlichen Grund betreten. Die Folge: Gewehr weg und Geldstrafe.

Gestern ging es im Amtsgericht Salzwedel um einen Nachbarschaftsstreit.

Der angeklagte Familienvater war am 11. Juni vergangenen Jahres nach der Arbeit nach Hause gekommen. Zum wiederholten Male sei eine Drohne mit Kamera über sein Grundstück geflogen. Um den Besitzer ausfindig zu machen, habe er sich schnell sein Luftgewehr aus dem Schrank genommen und sei wieder nach draußen gerannt. Angeblich ungeladen, hätte der Riebauer auf die Drohne gezielt. Diese sei sofort zurück zu ihrem Eigentümer geflogen und der Angeklagte ihr gefolgt. Dabei betrat er öffentlichen Grund und machte sich strafbar, so die Anklage. Bei den Nachbarn angekommen, sei der Streit, den die beiden Familien schon länger miteinander führen, weitergegangen. Kurz darauf traf die Polizei ein und konfiszierte die Drohne.

Der 51-Jährige hatte bereits einen Strafbefehl erhalten, 40 Tagessätze zu je 30 Euro (insgesamt 1200 Euro). Dagegen legte er Einspruch ein.

Der Fall wurde neu verhandelt, und Richter Dr. Klaus Hüttermann kam dem Angeklagten entgegen. „Ich will nicht, dass es eskaliert, sondern beendet ist“, äußerte sich der Richter zu dem Streit unter Nachtbarn. In ihrem Plädoyer forderte die Staatsanwältin, den Tagessatz von 30 auf 20 Euro zu senken. Die Verteidigung wollte außerdem die Tagessätze von 40 auf 30 verringert wissen. Richter Hüttermann sprach das Urteil zugunsten des Angeklagten aus, also 600 statt 1200 Euro Strafe. Dazu gab es keinen Widerspruch.  lz

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/David Ebener

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