Stadtratsfraktion will für Problem sensibilisieren

14 unbesetzte Stellen: Runder Tisch gegen Ärztemangel in Salzwedel

Sozialdezernentin Kathrin Rösel will etwas gegen den Ärztemangel im Altmarkkreis tun, Oberarzt Dr. Heiko Rodewohl (Mitte) wirbt für das Praktizieren auf dem Land, und Institutsdirektor Prof. Dr. Markus Herrmann liegt die Allgemeinmedizin am Herzen.
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Sozialdezernentin Kathrin Rösel will etwas gegen den Ärztemangel im Altmarkkreis tun, Oberarzt Dr. Heiko Rodewohl (Mitte) wirbt für das Praktizieren auf dem Land, und Institutsdirektor Prof. Dr. Markus Herrmann liegt die Allgemeinmedizin am Herzen.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Salzwedel – Der letzte Antrag der Stadtratsfraktion SPD / „Für Salzwedel“ in dieser Legislatur greift mit dem Ärztemangel ein komplexes Problem auf.

Sie sind auf dem Land begehrt: Medizinstudenten aus Magdeburg schauten sich vor wenigen Wochen im Salzwedeler Altmark-Klinikum um. Ob es gelingt, den einen oder anderen für die Altmark zu gewinnen, ist ungewiss.

Die Lokalpolitiker schlagen einen Runden Tisch mit Vertretern der Ärztekammer, der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, der Kassenärztlichen Vereinigung, den praktizierenden Ärzten in Salzwedel sowie Stadträten und Verwaltungsmitarbeitern vor. Laut Fraktion sei die medizinische Versorgung in Salzwedel schlechter geworden. Um für die Zukunft fit und gesund zu bleiben, müsse daher erörtert werden, wie junge Ärzte in die Region gelockt werden können, heißt es sinngemäß in dem Antrag. Auch wenn es nicht um eine vorrangige Aufgabe der Stadt gehe, sollte sich um das Thema Medizin gekümmert werden – so die Begründung.

In Sachsen-Anhalt steigt paradoxerweise seit Jahren die Anzahl der Mediziner – zuletzt auf rund 13.000 laut Ärztekammer. Die besonders im Fokus stehenden Hausärzte und Allgemeinmediziner sind jedoch ein gefragtes Gut. Denn die Kassenärztliche Vereinigung (KV) zählt derzeit landesweit 145,5 unbesetzte Stellen. Bis zum Jahr 2032 rechnet die KV mit mehr als 260 fehlenden Hausärzten, um den Stand von 2017 zu halten. Auf dem Gebiet des Altmarkkreises hat sich die Abdeckung mit Allgemeinmedizinern in den vergangenen vier Jahren leicht verschlechtert. Statt 13 Stellen seien nun 14 offen, heißt es von der KV.

Ferner sind 28,2 Prozent aller Hausärzte in der westlichen Altmark älter als 60 Jahre (bundesweit sogar 34,1 Prozent). Eine Ursache für den Medizinermangel sieht die KV in der zu geringen Anzahl an Studienplätzen. Diese sei heutzutage nämlich auf demselben Stand wie 1979 allein für die damalige BRD.

VON JENS HEYMANN

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