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Rund 100 Schüler und Lehrer der BBS Salzwedel lassen sich typisieren

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Von: Christian Reuter

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Auch Katharina Christa Thorenz nahm an der Stammzellen-Typisierungsaktion der Uni-Klinik Magdeburg in der BBS Salzwedel teil. Die Pflegeschülerinnen Samira Kasten (hinten, v.l.), Mandy Köhler, Iris Czelinski und Elke Betten unterstützten die Aktion. © Christian Reuter

In Deutschland erkrankt alle 30 Minuten ein Mensch an Leukämie. Doch dank der modernen Medizin kann diese Krebsart geheilt werden. Dafür ist allerdings ein gesunder Spender notwendig, von dem Stammzellen auf den Patienten übertragen werden. Am Dienstag, 15. November, fand in den Berufsbildenden Schulen (BBS) des Altmarkkreises Salzwedel eine Typisierungsaktion für die Knochenmarkspenderdatei der Uni-Klinik Magdeburg statt. Daran nahmen rund 100 Schüler und Lehrer teil.

Salzwedel. Seit 2002 gibt es die Typisierungsaktion an der BBS alle zwei Jahre, gemeinsam organisiert von der Lehrerin Heidi Klakow und der Knochenmarkspenderdatei der Uni-Klinik Magdeburg, berichtete Heiko Oeser, der am Dienstagvormittag ehrenamtlich mithalf. Dafür hatte er extra einen Tag Urlaub genommen.

Oeser war bis 2021 selbst noch Schüler an der BBS, heute arbeitet er als Altenpfleger im Vita-Seniorenheim in Salzwedel. Heiko Oeser freute sich über die gute Resonanz, die der Aufruf nach potenziellen Stammzellenspendern gefunden hatte. Denn knapp zwei Stunden nach dem Beginn der Typisierung hatten sich bereits 92 Schüler und Lehrer registrieren lassen. Und die Aktion war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Ende.

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Rund 100 Schüler und Lehrer ließen sich am Dienstag, 15. November, in der BBS für die Knochenmarkspenderdatei typisieren. Der Altenpfleger Heiko Oeser half ehrenamtlich mit. © Christian Reuter

„Leukämie ist der einzige Krebs, bei dem andere Menschen mithelfen können, damit es den Betroffenen wieder besser geht“, erklärte Oeser. Natürlich abgesehen von den Ärzten und dem weiteren medizinischen Personal.

Wie läuft die Typisierung für die Knochenmarkspenderdatei eigentlich ab? Zuerst müssen die Spender eine Einverständniserklärung ausfüllen. Dadurch willigen sie ein, dass ihre Daten in der Knochenmarkspenderdatei gespeichert werden dürfen. Danach erhalten die potenziellen Spender ein medizinisches Wattestäbchen, mit dem ein Wangenabstrich erfolgt. „Dieser Abstrich wird dann auf die Gewebemerkmale der weißen Blutkörperchen untersucht“, informierte Oeser.

Die Chance für an Leukämie Erkrankte, einen fremden Spender zu finden, liegt bei 1 : 1000 bis 1 : 1.000.000. Viele Menschen haben aber noch seltenere Typen, die im Extremfall Unikate in Deutschland oder sogar weltweit sind. Um so wichtiger sind solche Typisierungsaktionen wie die am Dienstag.

Bei der Aktion vor zwei Jahren gab es laut Oeser sogar über 200 Teilnehmer, „von denen konnten mindestens zwei jemandem helfen“.

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