Kunstwerk zur Bretterwand verkommen / Über vom Kreis hinterlassene Bauschuttdeponie wächst Gras

Ruinenviertel Altperverstraße

Die Altperverstraße präsentiert sich immer mehr als Ruinenviertel mit eigener Bauschuttdeponie.
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Die Altperverstraße präsentiert sich immer mehr als Ruinenviertel mit eigener Bauschuttdeponie.

Salzwedel. Immer wieder wird versucht, die Altperverstraße wieder in das Salzwedeler Stadtzentrum zu integrieren. Einst war es die Einkaufsadresse Nr. 1 in der Hansestadt – da war die Burgstraße nur die zweite Wahl. Doch das war einmal.

An den Händlern liegt es nicht und auch die Werbegemeinschaft hat die Altperverstraße schon lange in alle größeren Aktivitäten wie dem Nysmarkt integriert.

Doch die Straße sieht von Jahr zu Jahr schlimmer aus. Die Baulücke neben dem „Hanseat“ sollte ein Kunstwerk füllen – eine Hansekogge aus Paletten. Doch für das Segel fehlte es dann am Geld, sodass lediglich eine hässliche Bretterwand übriggeblieben ist, die trotz aller Anmalversuche niemanden auf die Idee bringt, dass das Kunst sein soll.

Auch gegenüber wurde das Autonome Zentrum bunt bemalt. Etliche Hansestädter waren entsetzt. Doch das Bauordnungsamt erklärte diese Malereien kurzerhand zu Graffito. Eigentlich eine Gestaltungstechnik, die aus Italien stammt und als eine in Stein geritzte Inschrift oder ornamentale bzw. figurale Dekoration definiert wird. Derartige Kunst am Bau kann man auf der Prager Burg bewundern, ist aber mit der Salzwedeler Malerei nicht vergleichbar.

Hinzu kommt die Altperverstraße 17, die sich gegenüber der Industrie- und Handelskammer in der hervorragend restaurierten Alten Münze als blühende Landschaft präsentiert. Denn über die Bauschuttdeponie, die der Altmarkkreis nach dem Abriss hinterlassen hat, wächst inzwischen Gras. Im Stadtrat gibt es Überlegungen, diesen Schandfleck, für den man zwar nicht verantwortlich ist, zu beseitigen bzw. dem Kreis dabei unter die Arme zu greifen. Karl-Heinz Schliekau (CDU) sprach das Thema am Montag im Bauausschuss an. Es wurde in den nicht öffentlichen Teil verwiesen. Mit welcher Begründung – das blieb unbeantwortet und wurde von den Stadträten diskussionslos hingenommen. Eine Nachfrage der AZ am nächsten Tag lief ins Leere: Pressesprecher und Marketingamtsleiter Olaf Meining wollte dazu nichts sagen.

Und inzwischen wankt auch schon das Wande‘sche Eck – das einst schöne Bürgerhaus neben der Bauschuttdeponie Nr. 17.

Von Holger Benecke

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